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Freitag, 6. Dezember 2013

In memoriam: Nelson Mandela


Am gestrigen Donnerstagabend starb, nach langer Krankheit, im südafrikanischen Johannisburg Nelson Mandela, einer der mutigsten und bewundernswertesten Menschen unserer Zeit.
Mandela, der am 18. Juli 1918 geboren wurde, wurde stolze 95 Jahre alt.

Dieser Mann, den man immer lächeln sah, war zweifelsohne die Stimme und das Gewissen, nicht nur Afrikas, sondern der ganzen Welt.
Er war ein Freiheitskämpfer, Versöhner, beispielhafter Friedensstifter, Demokrat und Vorbild für viele Menschen weltweit – auch für mich!

Viele Menschen – einfache Bürger, Politiker, Wissenschaftler, Kirchenmänner, Künstler – haben heute in Nachrufen ihre Trauer und ihre Bewunderung für diesen beneidenswerten und humanen Mann zum Ausdruck gebracht.

US-Präsident Barack Obama sagte z.B. über den Friedensnobelpreisträger Mandela:
„I am one of the countless millions who drew inspiration from Nelson Mandela´s life.“
(dt.: „Ich bin einer von unzähligen Millionen, die Inspiration aus Nelson Mandelas Leben gezogen haben.“)

Der britische Premierminister David Cameron twitterte über Südafrikas ersten schwarzen Präsidenten:
„A great light has gone out in the world. Nelson Mandela was a hero of our time. I´ve asked for the flag at N°10 to be flown at half mast.“
(dt.: Ein großes Licht ist von dieser Welt gegangen. Nelson Mandela war ein Held unserer Zeit. Ich habe veranlasst, die Flagge vor Nr.10 (Downing Street) auf Halbmast zu setzen.“)

Portugals Staatspräsident Anibal Cavaco Silva schrieb heute auf der Internetseite des Präsidialamtes in Lissabon:
„Nelson Mandela deixa um extraordinário legado de universalidade que perdurará por gerações. O seu exemplo de coragem politica, a sua estatura moral e a confiança que despositiva na capacidade de reconciliação constituem verdadeiras lições de humanidade.“
(dt.: Nelson Mandela hinterlässt ein außergewöhnliches Erbe an Universalität, das für kommende Generationen Bestand haben wird. Sein beispielloser politischer Mut, sein moralisches Gewicht und sein grenzenloses Vertrauen in die Fähigkeit zur Versöhnung sind wahre Lehren für die Menschheit.“).

Was Obama, Cameron und Cavaco Silva aber in ihren jeweiligen Nachrufen nicht erwähnen, ist das ihre drei Nationen noch 1987, zu Zeiten der Apartheid, ganz anders mit Nelson Mandela verfahren sind.
Damals stimmten die USA, Großbritannien und Portugal, bei einer Abstimmung vor den Vereinten Nationen in New York, die seinerzeit das weiße Südafrika aufforderte Nelson Mandela sofort aus seiner damaligen Haft freizulassen, als einzige Länder gegen eine UNO-Resolution zu Gunsten Mandelas.

Diese Abstimmung fand am 20. November 1987 statt.
Die Rsolution trug den Titel „International solidarity with the liberation struggle in South Africa und insgesamt 154 Länder nahmen damals an der UN-Abstimmung teil.
129 Nationen stimmten für eine Freilassung Mandelas, 22 Staaten enthielten sich der Stimme und die USA, Großbritannien und Portugal stimmten, wie schon erwähnt, dagegen.
Der damalige portugiesische UNO-Botschafter José Duarte da Câmara Ramalho Ortigão handelte mit seinem negativen Votum vor der UN auf Anweisungen aus Lissabon.
Und nun darf drei Mal geraten werden, wer damals in Portugal die Regierungsgeschäfte führte und somit Premierminister des Landes war:
Es war Anibal Cavaco Silva, der aktuelle Staatspräsident, der heute so schöne Worte gefunden hat um Nelson Mandela zu würdigen!

Wie dem auch sei:
Nelson Mandela war, so viel ist bekannt, nicht nachtragend.

Und deshalb fällt mir zu dieser ganzen blamablen diplomatischen Geschichte von damals spontan eines der meistzitierten Sätze Mandelas ein, das da lautet:

„Das ist nun einmal so und es lässt sich auch nicht ändern!“


Recht hatte er…

Samstag, 22. Juni 2013

Coimbras Universität ist Weltkulturerbe



Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, UNESCO, (port.: Organização das Nações Unidas para a Educação, a Ciência e a Cultura) hat heute auf ihrer 37. Jahresversammlung im kambodschanischen Phnom Penh die portugiesische Universität Coimbra als Weltkulturerbe (port.: Património Mundial) anerkannt.

15 Jahre lang hat die Universitätsstadt Coimbra (bitte lesen sie hierzu auch meinen Blogeintrag „Die Universität von Coimbra, vom 18. Januar 2012) darum gekämpft, dass ihre Universität auf die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit gesetzt wird.
Heute, nach vielen Höhen und Tiefen entschied sich das Welterbekomitee nun einstimmig die Aufnahme der ältesten und renommiertesten Lehranstalt Portugals zu vollziehen.

Die Bürger von Coimbra (bitte lesen sie hierzu auch meinen Blogeintrag „Coimbra“, vom 28. Januar 2012), einer der schönsten und traditionsreichsten Städte des Landes, und natürlich ihre Studenten – jeder fünfte Einwohner von Coimbra ist ein Student – haben diese Nachrichte aus dem fernen Kambodscha heute mit einer riesigen Freude aufgenommen, wohl wissend das solch eine hohe Auszeichnung immer zu großer Verantwortung und Respekt verpflichtet.

Einige Denkmalpfleger der UNESCO hatten ernste Bedenken die Universität auf die Liste zu setzen, da im Moment in ihrer Nähe neue, moderne Gebäude errichtet werden.
Nachdem aber die portugiesische Bewerbungsdelegation dem Welterbekomitee versichert hat, das diese neuen Bauten den visuellen und atmosphärischen Eindruck des Gesamtbildes der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Universität nicht beeinträchtigen werden, hat die UNESCO schließlich eingelenkt.

Zum Weltkulturerbe gehören ab heute nicht nur das Universitätsgelände auf dem höchsten Punkt der Stadt, die über 30 Universitätsgebäude und Fakultäten, sondern auch die vielen studentischen Traditionen und die Rua da Sofia, mit ihren zahlreichen Studentenkneipen und Studentenwohngemeinschaften, die „Repúblicas“ genannt werden.

Der heutige Tag ist zweifelsohne ein großer Tag für die Universität und ihre Studenten, für die Stadt Coimbra, für Portugal und für die portugiesische Kultur und Sprache auf der ganzen Welt!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Endlich mal positive Nachrichten aus der Politik


In meinem post „Portugals Wahlkampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat“ vom 28. September 2010, berichte ich wie sich Portugal um einen nicht-ständigen Sitz (port.: lugar de membro não-permanente) im Sicherheitsrat der UN-Vollversammlung bemüht hat.

Diese Bemühungen haben gestern gefruchtet.
Bei einer geheimen Abstimmung der Mitglieder der UN-Vollversammlung (port.: Assembleia das Nações Unidas) in New York erreichte Portugal die notwendige Mehrheit um für die kommenden zwei Jahre einen nicht-ständigen Sitz im Sicherheitsrat (port.: Conselho de Segurança) der Vereinten Nationen zu bekommen.
Leider waren für diesen Erfolg drei Wahlgänge nötig.

Mitbewerber Deutschland dagegen erreichte schon im ersten Wahlgang die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit um einen Sitz zu bekommen.
Kanada, das sich neben Portugal und Deutschland, als drittes westliche Land um einen Sitz beworben hatte, ging leider lehr aus.

Einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhielten außerdem die Länder Indien, Südafrika und Kolumbien.

Staatspräsident Cavaco Silva hat die Wahl Portugals in den UN-Sicherheitsrat als eine Ehre für Portugal bezeichnet.
Außenminister Luis Amado nannte die Wahl Portugals ein „Zeichen des Vertrauens in die portugiesische Nation und sein internationales Engagement.“

Portugal hat nach der erfolgreichen Wahl angekündigt die Arbeit im Sicherheitsrat eng mit seinem Mitbewerber Deutschland und mit den anderen europäischen Nationen abzustimmen.

Es wäre schön, wenn Portugal mal auch innenpolitisch die eine oder andere positive Nachricht zu verkünden hätte…