Posts mit dem Label Finanzminister werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Finanzminister werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 1. Juli 2013
Ein längst fälliger Rücktritt
Die heutigen Abendnachrichten haben für mich, genauso wohl wie für jeden Portugiesen der während des Tages keine Nachrichten auf dem PC, im Radio oder im Fernsehen verfolgen konnte, eingeschlagen wie eine Bombe!
Der portugiesische Finanzminister Vitor Gaspar hat heute, nach langem hin und her, seinen Hut genommen und bei Premierminister Pedro Passos Coelho seinen Rücktritt eingereicht.
Vitor Gaspar, offiziell nach dem Premierminister der zweitwichtigste Mann der Regierungskoalition, aber faktisch der Minister mit der höchsten Macht in der Regierung, war in der portugiesischen Bevölkerung der meistgehassteste Politiker des Landes.
Dabei ist Gaspar gar kein Politiker!
Er hatte keinerlei politische Erfahrung bevor er das Amt des Finanzministers vor zwei Jahren übernahm.
Vitor Gaspar ist von Haus aus Ökonom, sogar ein recht guter.
Sein größter Fehler aber war es in den letzten zwei Jahren, nicht zu begreifen, dass man eine Nation und seine Bürger niemals wie ein marodes Unternehmen führen kann!
Seine strikten Sparmaßnahmen sorgten bei der portugiesischen Bevölkerung für immer mehr Unmut. Das ging soweit, dass am vergangenen Donnerstag der vierte Generalstreik, in zwei Jahren, das Land praktisch lahm legte und sich sogar, erstmals in der portugiesischen Streikgeschichte, die Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern solidarisierten.
Diese Tatsache wird auch der Hauptgrund dafür gewesen sein, weshalb Vitor Gaspar heute von seinem Amt zurückgetreten ist – ein längst fälliger Rücktritt!
Er hat wohl gespürt, dass der öffentliche Druck immer größer wird, und gemerkt dass er an einem Punkt angelangt ist, wo ihn keiner mehr haben will!
Seine Nachfolge im Finanzministerium (port.: Ministério das Finanças) wird ab morgen die Staatssekretärin im Finanzministerium, Maria Luis Albuquerque, antreten.
Sie wird keine leichte Aufgabe übernehmen, denn, so Premierminister Passos Coelho, sie soll auf alle Fälle die Sparpolitik von Vitor Gaspar fortsetzen.
Maria Luis Albuquerque war bis jetzt für die Privatisierung zahlreicher Staatsunternehmen und für die Ausgabe von Staatsanleihen zuständig.
Da ihre bisherige Arbeit aber von verschiedenen Politikern der Opposition und sogar von einigen Ministern der Koalitionsregierung stark kritisiert wird, werden wohl auch zukünftig weitere Konflikte mit dem Finanzministerium nicht zu vermeiden sein.
Aber vielleicht gelingt es ja Maria Luis Albuquerque, im Umgang mit dem politischen Gegner, den Wirtschaftsführern, den Gewerkschaften und den Bürgern, mehr auf Konsens statt auf Konfrontation zu setzen!
Es wäre für die ganze Nation wünschenswert!
Dienstag, 22. Januar 2013
„Bitte, beeilen sie sich und sterben sie so schnell wie möglich!“
Der Minister meinte, alte Menschen, die Pflegefälle seien, die künstlich ernährt werden müssten oder auf eine andere Art und Weise dem japanischen Staat zur Last fallen würden, sollten sich doch bitte beeilen und so schnell wie möglich sterben!
Nun, mein japanisch ist leider nicht so gut, als das ich die Äußerungen des Ministers im wortlaut bestätigen oder dementieren könnte.
Aber ich will sowohl der portugiesischen RTP als auch der britischen BBC einmal Glauben schenken, das besagter Minister wohl diese geschmacklosen Worte von sich gegeben hat.
Auch wenn einem auf den ersten Blick die Äußerungen des japanischen Finanzministers grotesk erscheinen, so muss ich leider sagen, das es zwischen dem Land der aufgehenden Sonne und Portugal, meiner Meinung nach, heute gar keinen allzu großen Unterschied zwischen den zwei Nationen gibt, was den respektlosen Umgang mit Senioren angeht.
Nicht, das hiesige Politiker sich schon zu solch unglückseligen Worten hätten hinreißen lassen und ihre Senioren gebeten hätten, so schnell wie möglich zu sterben – aber wahrscheinlich nur, weil es bloß noch keinem von ihnen eingefallen ist…
Der Unterschied zwischen japanischen und portugiesischen Politikern ist der, das in Japan der Minister immerhin alte Menschen öffentlich darum „bittet“, sie mögen alsbald sterben.
Hierzulande dagegen aber, wünscht sich so mancher Politiker im geheimen, er könnte alten, demenzkranken, behinderten und pflegebedürftigen Menschen das gleiche sagen!
So gesehen sind die Japaner ehrlicher…
Was für eine verrückte Welt, in der alte Menschen einfach nichts mehr zählen, wie Dreck behandelt werden und als Last oder Problem angesehen werden!
Zum japanischen Finanzminister, er ist nach meinen Recherchen im Internet immerhin 72 Jahre alt, habe ich nur noch eines zu sagen:
„Bitte, bitte her Minister, tun sie ihrem Volk und der ganzen Menschheit einen Gefallen und sterben sie endlich!“
Labels:
BBC,
Finanzminister,
Japan,
Land der aufgehenden Sonne,
RTP,
Senioren,
Sozialversicherung,
Tokio
Abonnieren
Posts (Atom)


