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Mittwoch, 29. August 2012

Die Portugiesen bei den Paralympischen Sommerspielen 2012 in London




Im Beisein des portugiesischen Premierministers Pedro Passos Coelho, eröffnete heute Abend in der britischen Hauptstadt London die englische Königin Elisabeth II die XIV. Paralympischen Sommersiele 2012 (port.: Jogos Paralimpícos de Verão de 2012).

Über 4.200 körperamputierte, blinde, körperlich oder geistig behinderte Sportlerinnen und Sportler aus 166 Nationen werden zwischen dem 29. August und dem 09. September 2010 an diesen größten Behinderten-Weltspielen teilnehmen.
Seit 1948 werden für Sportler mit Behinderungen nach den Olympischen Sommer- und Winterspielen immer begleitende Spiele veranstaltet.

Warum diese Spiele immer nach den „normalen“ Olympischen Spielen stattfinden müssen und nicht etwa mit diesen zusammengelegt werden, habe ich nie verstanden.
Meiner Meinung nach gehören behinderte Menschen zweifelsohne in die Gesellschaft – und das sollte auch für den Sport gelten!

Insgesamt 30 behinderte Athletinnen und Athleten aus Portugal werden in den kommenden 12 Tagen in London in fünf Disziplinen an den Start gehen.
Dies ist die kleinste portugiesische Mannschaft seit den Paralympics 1992 in Barcelona.
Die grün-rote Flagge Portugals trug heute Abend, bei der Eröffnungsfeier im Olympiastadion, die Kugelstoßerin Inês Isabel Maciel Fernandes.

Die portugiesischen Teilnehmer an den XIV. Paralympischen Sommersielen 2012 in London sind:

Boccia (port.: boccia)

- Abílio Manuel Bessa Valente
- Armando Fonseca Costa
- Cristina Maria Jesus Gonçalves
- Domingos Vieira
- Fernando Manuel da Costa Ferreira
- João Paulo dos Santos Fernandes
- José Carlos da Silva Macedo
- Luís Daniel Ferreira Silva
- Susana Cristina Carvalheira Barroso

Leichtathletik (port.: atletismo)

- Firmino Francisco Andrade Baptista
- Gabriel Macchi
- Gabriel Potra
- Hugo Miguel Veríssimo Cavaco
- Inês Isabel Maciel Fernandes
- Joaquim Ferreira Machado
- Jorge Teixeira Pina
- José Alves
- Lenine Francisco da Silva Cunha
- Maria Odete Fiúza
- Nélson da Conceição Madeira Gonçalves
- Nuno Miguel Fernandes Alves
- Raquel Andreia de Sousa Faria Cerqueira
- Ricardo Manuel Martins do Vale
- Ricardo Marques

Reitkunst (port.: equitação)

- Sara Duarte

Rudern (port.: remo)

- Filomena Maria Rosa Esteves Franco

Schwimmen: (port.: natação)

- Adriano Nascimento
- David Realista Grachat
- João Manuel Rodrigues Martins
- Simone Silva Machado Fragoso


Noch vor wenigen Wochen wurden wir mit etlichen Beilagen in den hiesigen Tageszeitungen und vielen Sondersendungen im Fernsehen zur EM und zu Olympia bombardiert.
Mal sehen wie es jetzt bei der Olympiade für Behinderte aussehen wird!

Donnerstag, 28. Juni 2012

Eselsohren: „Peter Ustinovs geflügelte Worte“



Gestern bekam ich ein kleines Buch des großen Peter Ustinov in die Hände.
Unter dem Titel „Peter Ustinovs geflügelte Worte“ erzählt der weltberühmte Schauspieler, Entertainer und Autor klitzekleine amüsante Kurzgeschichten und Anekdoten die recht kurzweilig sind – so kurzweilig, das ich heute schon die Lektüre dieses Buches beendet habe.

Peter Ustinov wurde zu Lebzeiten – und auch nach seinem Tode im Jahre 2004 – von allen geliebt und verehrt.
Seine Filme und seine Theateraufführungen, seine Fernsehshows und seine Bücher brachten ihm überall auf der Welt Bewunderung und Anerkennung ein.
Und auch seine Rolle als Sonderbotschafter der UNESCO und der UNICEF, sowie sein Dienst als Rektor an den englischen Universitäten von Dundee und Durham, brachten ihm viel Ruhm und Ehre ein.

Sir Peter Ustinov, wie er sich nach seiner Erhebung in den englischen Adelsstand durch Königin Elisabeth II im Jahre 1990 nennen durfte, hat in diesem kleinen Buch, welches im deutschen Weltbild-Verlag erschienen ist, versucht die besten Anekdoten, Zitate und Weisheiten aus seinem langen Leben zusammenzutragen.

Eines meiner liebsten Lebensweisheiten die Ustinov in diesem Buch von sich gibt lautet:

„Das Leben ist unvollkommen und muss daher bis zur Neige ausgelebt werden“ – wie wahr, wie wahr…

„Peter Ustinovs geflügelte Worte“ sind durchaus so, wie Peter Ustinov als Mensch war:

spritzig, witzig und verschmitzt!

Mittwoch, 9. November 2011

Verrückte Welt


Laut der hier in Portugal erscheinenden Tageszeitung „i“, hat das Büro des Staatspräsidenten (port.: Presidência da República), diese Woche beim hiesigen Finanzministerium (port.: Ministério das Finanças) die zu erwarteten Kosten des Präsidialamtes für das kommende Jahr eingereicht.
Demnach plant Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva in den nächsten 12 Monaten Ausgaben von sage und schreibe 16 Mio. Euro – das ist, auf die Einwohnerzahl Portugals umgerechnet, 1, 50 Euro pro Kopf.

In einer Zeit, in der Premierminister Pedro Passos Coelho von uns Bürgern erwartet, dass wir sparen, sparen, sparen, geht Cavaco Silva anscheinend mit gutem Beispiel voran.
Er verringert seine Ausgaben um ganze 3 Mio. Euro.
Noch im Vorjahr wurden ihm nämlich 19 Mio. Euro bewilligt.

Von den 16 Mio. Euro, die er nun will, soll er selber, seine 12 Berater, seine 24 Staatssekretäre, seine drei Pressesprecher sowie sein ganzes Personal, welches für den reibungslosen Ablauf des Präsidialamtes und des Palácio de Belém, seinem öffentlichen Amtssitzes, verantwortlich ist, unterhalten werden.

Insgesamt hat Cavaco Silva ein Tross von etwa 500 Personen die ihn umgeben!
Wenn man bedenkt das Queen Elisabeth II im Buckingham Palast nur 300 Angestellte hat und König Juan Carlos von Spanien sogar nur auf 200 Bedienstete zurückgreifen kann, wird einem erst einmal klar, wie immens aufgebauscht und verschwenderisch das hiesige Präsidialamt ist.

Cavaco Silva hat heute im Jahr das 163fache von dem zur Verfügung, was einstmals Antonio Ramalho Eanes, der erste wieder frei gewählte Staatspräsident Portugals, im Jahre 1976 hatte.
Und um wieder Juan Carlos von Spanien als Beispiel zu nehmen:
Während Cavaco Silva in einem Jahr 16 Mio. Euro an Steuergeldern ausgibt um sich und seine Angestellten zu bezahlen, steht König Juan Carlos, auf der anderen Seite der Grenze, nur eine Apanage von gerade einmal 8 Mio. Euro zu.
Das ist gerade einmal die Hälfte von dem was Cavaco Silva bekommt!

Das dem aktuellen portugiesischen Staatspräsidenten doppelt so viel Geld zusteht, wie dem spanischen König, ist schon absurd.
Wir haben 1910 einen König ins Exil geschickt, daraufhin die Anarchie und die Diktatur bekommen und nach etwa 60 Jahren endlich eine „Demokratie“ erhalten, die beinahe in eine kommunistische Katastrophe geendet hätte, und das alles um heute einem Staatspräsidenten doppelt so viel zu bezahlen wie uns ein König kosten würde!

Verrückte Welt!

Mittwoch, 6. Januar 2010

Das Kutschenmuseum in Belém






An der Praça Afonso de Albuquerque, im Lissabonner Stadtteil Belém, liegt Portugals meist besuchtestes Museum, das „Nationale Kutschenmuseum“ (port.: „Museu Nacional dos Coches“.
Erst diese Woche war ich dort, und habe somit mit meinem Besuch dafür gesorgt, dass das Kutschenmuseum auch weiterhin das beliebteste des Landes ist.

Befinden tut sich das Kutschenmuseum in der ehemaligen alten königlichen Hofreitschule (port.: Picadeiro Real do Palácio de Belém), das vom italienischen Architekten Giacomo Azzolini im Jahre 1726 erbaut wurde.
Bereits im Jahre 1905 gründete Königin Maria Amélia, die Ehefrau von König Carlos I, das Königliche Kutschenmuseum.
Das Museum feiert somit dieses Jahr seinen 105 Geburtstag.

Das Nationale Kutschenmuseum in Lissabon beherbergt die weltgrößte Sammlung, einmalig in ihrer Art, an königlichen Fuhrwerken, darunter Kutschen, Kaleschen, Sänften, Cabrioletts und Kinderwägen, wie sie an den Höfen Europas zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert benutzt wurden.

Außerdem werden eine Reihe von Pferdegeschirren, Waffen, Sätteln und Gala-Uniformen ausgestellt.
Ein besonderes Highlight ist die Ölgemäldegalerie im Ersten Stock mit den Portraits der Monarchen der Dynastie Bragança.

Die schönsten Kutschen die in diesem Museum ausgestellt sind, sind unter anderem die Reisekutsche von Phillip II von Spanien, der als Filipe I seinerzeit über Portugal herrschte, dann die drei imposanten Kutschen von Rodrigo Almeida e Menezes, dem Marquês de Abrantes, die er als Botschafter im Vatikan benutzte und die jede über unglaubliche fünf Tonnen wiegt.
Und dann die Staatskutsche von João VI, die er sich nach seiner Rückkehr aus Brasilien bauen lies, und die noch 1957, beim Staatsbesuch der britischen Königin Elisabeth II, benutzt wurde.

Außerdem kann man zur Zeit im Museum, als Leihgabe, die Kutsche besichtigen, in der die königliche Familie am 01. Februar 1908 einem Anschlag zum Opfer fiel, bei dem König Carlos I und sein Sohn Infante D. Luis Filipe, der Thronfolger, ums leben kamen.
Normalerweise wird diese Kutsche im königlichen Schloss von Vila Viçosa, im Alentejo, ausgestellt.

Heute, am 06. Januar 2010, beginnen, schräg gegenüber vom jetzigen Museum, die Bauarbeiten an dem neuen Kutschenmuseum. Die Bauarbeiten sollen in etwa zwei Jahre dauern.
Dann sollen die Kutschen ins neue Gebäude einziehen.
Aus dem alten Gebäude wird dann das, was es ursprünglich einmal war: eine Hofreitschule.