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Montag, 22. März 2010

Offener Brief an Hillary Clinton


Liebe Hillary,

wie ich in den täglichen Nachrichten sehen, hören und lesen kann, hast du in letzter Zeit viel zu tun, bist immer im Dienste deiner großen Nation unterwegs.

So kommst du gerade aus dem Nahen Osten zurück, wo du mal wieder zwischen den Israelis und den Palästinensern vermitteln wolltest, was aber ganz schön in die Hose gegangen ist.
Dann sollst du bei dir daheim, den Familien der amerikanischen Soldaten erklären, warum immer mehr von ihren Jungs in Holzkisten aus dem Irak und aus Afghanistan nach hause kommen, was dir auch immer schwerer fällt.
Zwischendurch musst du noch die Beleidigungen von Chavez aus Venezuela und Castro aus Kuba ertragen und dich auch noch mit den atomaren Gelüsten des Irans und Nord-Koreas herumschlagen.
Dann musst du auf deinen Auslandsreisen der ganzen Welt immer wieder erklären, warum ihr Amis nicht endlich Guantanamo schließt, obwohl das eines der wichtigsten Wahlversprechen deines Präsidenten, dessen Amt du ja so gerne ausgeübt hättest, war.
Außerdem hast du innenpolitisch mit der geplanten Gesundheitsreform deines Präsidenten und der immer knapper werdenden Mehrheit im Senat zu kämpfen.
Und da sind natürlich auch noch die Eskapaden von Bill, deinem Ehemann, die dich als Ehefrau sicherlich verletzen, aber die dich als Vollblutpolitikerin dazu bringen, immer wieder alles brav zu dementieren!
Wie gesagt Hillary, du hast viel um die Ohren in letzter Zeit.

Nichtsdestotrotz hast du dir die letzte Woche Zeit genommen einen Bericht deines Außenministeriums publik zu machen, der die Menschenrechte in den anderen Ländern der Welt anprangert, Länder die mit deiner Nation verbündet sind und die du als Außenministerin und Freundin ständig bereist.

In diesem „Bericht zur aktuellen Lage der Menschenrechte außerhalb der USA“ deines Außenministeriums, dem State Department in Washington, wird auch mein Land Portugal erwähnt.
Ich wollte es erst nicht glauben, aber Länder wie Portugal, die Niederlande und Deutschland werden tatsächlich in diesem Bericht in einem Atemzug genannt mit Zimbabwe, Südafrika oder Libyen.

Der Portugiesischen Republik wird unter anderem vorgeworfen dass die hiesige Polizei oft unangebrachte Gewalt bei Festnahmen und Verkehrskontrollen an den Tag legt und dass vor allem in den hiesigen Gefängnissen die Gewalt an der Tagesordnung sei.
Außerdem wird Portugal vorgeworfen eine Drehscheibe des Europäischen Frauen- und Kinderhandels zu sein.

Nun Hillary, das mag ja ansatzweise richtig sein, aber vielleicht sollte ich dich daraufhin aufmerksam machen, das es auch in deinem Land fast täglich rassistische und gewalttätige Übergriffe bei Verkehrskontrollen gibt, bei denen immer die schwarzen US-Bürger das Nachsehen haben.
Auch finden in den Gefängnissen der USA, die eigentlich eher Hochsicherheitstrakte gleichen, fast wöchentlich Revolten statt, die dann fast immer mit Mord und Totschlag enden.
Ehrlich Hillary!
Wusstest du eigentlich das, statistisch gesehen, jeder zehnte Bürger deines Landes im Knast sitzt während es hier in Portugal nur jeder 200ste ist? Mach dir mal darüber Gedanken!
Ach ja, und noch etwas Hillary: wir haben hier im brutalen, blutrünstigen Portugal schon vor über 150 Jahren die Todesstrafe abgeschafft, und somit konnten wir verhindern, dass wir unschuldige Menschen auf den elektrischen Stuhl brachten oder ihnen die Todesspritze setzten, so wie es bei euch leider heute immer wieder noch vorkommt.
Denn Hillary, wenn erst einmal einer hingerichtet ist, dann lässt sich das nur schwer, sehr schwer, wieder gutmachen!
Auch den Vorwurf des Menschenhandels kann ich nur schwer nachvollziehen, wenn ich mir überlege, dass es in Deinem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gang und gäbe ist, illegale Erntearbeiter aus Mexiko und Guatemala in den Plantagen und Fabriken zu Hungerlöhnen zu beschäftigen und wo es sogar vorkommt das sich Kongressabgeordnete und Senatoren illegale Hausangestellte aus Costa Rica und Honduras leisten.

Deshalb liebe Hillary, solltest du immer zuerst den Dreck vor deiner eigenen Haustür kehren, bevor du dich mit dem Mist der anderen beschäftigst.
Und um diesen offenen Brief an dich schließlich zu beenden Hillary, möchte ich dir noch ein Sprichwort mit auf den Weg geben, von dem ich leider nicht weiß ob er auch bei euch in den Staaten bekannt ist, der da lautet:
„Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen“ (port: „Quem tem telhados de vidro, não devia de andar à pedrada“).

In diesem Sinne Hillary, viel Erfolg im Nahen Osten, den wünsche ich dir wirklich von ganzem Herzen, und einen lieben Gruß an Bill!

Dienstag, 11. August 2009

Kacki, Kacki!


Vor zwei Tagen habe ich im Fernsehen eine kleine Reportage, in einem Star-Magazin, über Obama, seine Familie und ihr Leben im Weißen Haus gesehen.
In dieser Reportage gestand Obama, dass für ihn der Höhepunkt eines jeden Arbeitstages sei, mit seinem Portugiesischen Wasserhund „Bo“, abends im Garten seiner Residenz gassi zu gehen.

Der Präsident der Vereinigten Staaten „gestand“ in dem Interview das er immer eine kleine Plastiktüte dabei hätte, um die Häufchen von „Bo“ aufzusammeln, wenn dieser sich im Garten des Weißen Hauses erleichtere. Schließlich wolle er nicht, so Obama, das der Garten des Weißen Hauses, verschmutze.
Mit diesem kleinen Kommentar, bewies Obama, das er ein ganz normaler Bürger ist, der das tut, was wohl jeder normale Bürger in den USA tut.

Leider sieht hier in Portugal die Sache etwas anders aus.
Denn hier scheint es keine normalen Bürger zu geben; jedenfalls was das aufsammeln von Hundehäufchen angeht.
Hier sind Hundebesitzer, die hinter ihren Vierbeinern herlaufen, und ihre Häufchen mit einer Plastiktüte aufsammeln, so als ob es sich dabei um kleine Schätze handeln würde, noch eine absolute Rarität.

Und so sind die Bürgersteige der portugiesischen Hauptstadt Lissabon, eigentlich die Bürgersteige aller portugiesischen Städte, mit kleinen Tretminen überseht, die wir als Fußgänger mit einem ständigen Slalomlauf zu überwinden versuchen.

Natürlich ist mir klar, dass festgefahrene Gewohnheiten, zumal sie einem Fremd sind, sehr schwer zu ändern sind.
Aber hier muss sich etwas ändern!

Es geht nicht an, das ich jedes mal, wenn ich mit meinem kleinen Neffen spazieren gehe, er mich auf etliche Hundehaufen aufmerksam macht, in dem er alle paar Meter mit dem Finger auf sie zeigt und dabei „Kacki, Kacki“ ruft.
Alleine von unserer Wohnung ins nächste Café, ruft er an „guten“ Tagen mindestens 20 Mal „Kacki“; und wir reden hier von einer Strecke von noch nicht einmal 500 Meter.

Im Oktober finden hier in Portugal Kommunalwahlen statt.
Vielleicht nimmt sich ja bis dahin eine kommunale Partei dieses Problems an, und macht die Hundehäufchen und die verschmutzten Bürgersteige zum Wahlthema.
Meine Stimme hätte diese Partei auf alle Fälle jetzt schon!