Posts mit dem Label SMS werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label SMS werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. Januar 2012

Wir Portugiesen – ein Volk von Handysüchtigen


Wir Portugiesen sind ein Volk von Handysüchtigen.
Jeder läuft mit solch einem Ding herum, viele sogar mit zweien, dreien oder mehr von ihnen und jeder will immerzu erreichbar sein, zu jeder Tages- und sogar Nachtszeit.
Sei es in der Schule, bei der Arbeit, beim Einkaufen, in der Kirche, im Museum, im Restaurant, im Fitnessstudio oder im Auto, überall bilden viele sich ein, sie müssten immer erreichbar sein.

Das Handy (port.: telemóvel) begleitet die meisten Portugiesen rund um die Uhr.
Ist das Gerät mal nicht zur Hand, leiden viele unter der Trennung.
Dies zeigt eine gerade veröffentliche Studie, die im Auftrag der britischen Medienaufsichtsbehörde „Ofcom“ (engl.: Office of Communications / dt.: Behörde für Kommunikation) und des portugiesischen „Instituto das Telecomunicações“ (dt.: Institut für Telekommunikationen) durchgeführt wurde.
Trennt man viele Handybesitzer, gerade die Jüngeren, von ihren Mobiltelefonen, weisen diese manchmal sogar regelrechte Entzugserscheinungen auf.

Ich persönlich war noch nie Sklave meines Handys.
Im Gegenteil, ich besitze zwar solch ein Kommunikationsgerät, aber ich benutze es wirklich nur, wenn ich muss.
Und wenn ich es benutze, dann telefoniere ich nur damit.
Ich kenne Leute, für die ist ein Handy nichts wert, wenn sie mit diesem nicht ins Internet kommen, nicht fotografieren oder Musik und Radio hören können.

Zehntausende portugiesische Handybenutzer wurden nun, wie schon erwähnt, in einer Studie von „Ofcom“ und „Instituto das Telecomunicações“ genauestens unter die Lupe genommen und ihr jeweiliges Verhältnis zu ihrem Handy wurde hinterfragt.

Hier nun das – teilweise schockierende, teilweise amüsante – Ergebnis dieser Studie:

• Jeder zweite befragte portugiesische Handybesitzer behauptet von sich, er wäre Handysüchtig
• 83% haben im Bett ihr Handy immer griffbereit
• 40% nehmen ihr Handy mit auf die Toilette
• 63% würden für eine Woche lieber auf Schokolade verzichten als auf ihr Handy
• immerhin 33% würden für eine Woche lieber auf Sex verzichten als auf ihr Handy
• 60% schalten ihr Handy niemals aus, auch nicht
Nachts
• 50% ziehen eine SMS einem persönlichen Gespräch vor
• 26% gaben an, eine SMS blind schreiben zu können
• 15% der befragten Handybenutzer gaben an täglich mehr als 200 SMS zu schreiben, und
• 15% behaupten allen ernstes, schon einmal den Sexualakt unterbrochen zu haben, nur um ihr Handy abzunehmen

Bei solchen Zahlen ist es nicht verwunderlich das die Vertreiber von Handys zu den wenigen krisenfesten und umsatzstarken Unternehmen im heutigen Portugal sind.

Montag, 6. Juli 2009

Ein Taschentuch als persönlicher Liebesbeweis






Was macht heutzutage eine junge Portugiesin, wenn sie einem jungen Mann ihre Liebe gestehen will?
Nun, wie überall auf der Welt, wird sie ihm wohl heute eine SMS, eine MMS oder vielleicht auch eine E-Mail senden.

Das ist klingt für uns, die wir etwas älter sind, nicht gerade sehr romantisch. Aber wenn die Liebenden durch die Anwendung dieser modernen Kommunikationstechnologie dadurch zusammenkommen, dann hat sie ihren Zweck erfüllt.

Früher aber, wenn eine junge Frau hier in Portugal ihrem Schwarm ihre Liebe gestehen und beweisen wollte, dann bestickte sie ihm ein Taschentuch.
Über viele hunderte von Jahren – vermutlich seit dem 17. Jahrhundert - dienten diese „Lenços de Namorados“ (Taschetücher der Liebenden) in ganz Portugal als persönlichster Liebesbeweis einer jungen Frau an einen jungen Mann. Früher stickten nämlich die jungen Frauen im heiratsfähigen Alter monatelang an diesen besagten Taschentüchern, die sie dann ihren Liebsten schenkten.

Heute hat sich diese Tradition nur noch im Norden Portugal, im Minho, erhalten. Dort werden heute sogar Kurse angeboten, damit junge Mädchen wieder das besticken der Taschentücher erlernen. Diese Taschentücher, meistens so um die 50 cm² groß, aus weißer Baumwolle bestehend, dienten den jungen Frauen als Projektionsfläche für ihre Träume, Hoffnungen, geheimen Botschaften, Wünsche, selbst gedichtete Reime und dekorativen Motiven, wie Herzchen, Blumen, Vögelchen usw.

Man kann die bunten und farbenfrohen Bestickungen der „Lenços de Namorados“ mit den Einträgen in den Poesiealben deutscher Schulmädchen vergleichen.
Mit dem kleinen Unterschied, das deutsche Mädchen nicht gerade ans heiraten denken, wenn sie sich ins Poesiealbum rein schreiben lassen…

Waren die „Lenços de Namorados“ bestickt, wurden sie, meistens auf Dorf- und Kirchfesten, von den jungen Mädchen an ihre Wunschkandidaten übergeben. Viele junge Männer nahmen auch schon mal zwei, drei oder mehrere Taschentücher an. Was zur Folge hatte, das viele Dorffeste mit sich untereinander streitenden jungen Mädchen endeten.

Zur Gaudi der jungen Männer natürlich!...