Posts mit dem Label Rua da Escola Politécnica werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rua da Escola Politécnica werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. September 2010

Lagartagis






Mitten im Botanischen Garten der Lissabonner Universität, an der Rua da Escola Politécnica, steht seit nunmehr fast vier Jahren ein Haus, welches in Europa einzigartig ist, und in dem immer Frühling herrscht.
Es ist ein Schmetterlingshaus (port.: borboletário), in dem der Besucher ganz gewöhnliche Schmetterling in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien bestaunen kann.
In diesem kleinen Haus werden einheimische Schmetterlinge gezüchtet, und der Besucher des Botanischen Gartens kann sie bewundern, vom Stadium als Raupe, bis hin zur Puppe und als fertigen Schmetterling.
Es handelt sich bei all diesen Schmetterlingen um Tiere die man als Erwachsener eher auf dem Land zu sehen bekommt, als in der Stadt; und erst recht als Kind.

Als meine Nichte Lorena und mein Neffe Nelson diesen Sommer dem Schmetterlingshaus einen Besuch abstatteten, waren sie äußerst begeistert.

Der offizielle Name dieses Schmetterlingshauses ist „Lagartagis“, abgeleitet vom portugiesischen „lagarta“ was so viel wie Raupe heißt.
Wenn man das Haus betritt, dann steigen einem sofort die vielen Gerüche in die Nase auf.
Gerüche nach frischen Gewürzen und aromatischen Pflanzen.
In diesem Ambiente fühlen sich die Schmetterlinge, und die die einmal welche werden wollen, äußerst wohl.

Insgesamt 10 verschiedene Schmetterlingsarten fliegen im „Lagartagis“ frei herum, geschützt vor ihren größten Feinden, den Wespen und den Spinnen.
Wenn sie sich erst einmal entpuppt haben, dann leben Schmetterlinge maximal 15 bis 30 Tage. Eine zu kurze Zeit, um gleich den Fressfeinden zum Opfer zu fallen.

Dem Schmetterlingshaus ist ein Forschungslabor angeschlossen, in dem die Schmetterlinge in all ihren Stadien erforscht werden.
Der häufigste Bewohner des Schmetterlingshauses ist der Königsfalter (port.: borboleta laranja monarca), gefolgt vom Schwalbenschwanz (port.: borboleta de cauda de andorinha).
Alles Schmetterlinge die man kennt, die man in der Stadt aber sehr selten zu sehen bekommt, außer aufgespießt im Naturkundemuseum.

Um sich dieses kleine Schmetterlingsparadies anschauen zu können, muss man lediglich 1,- Euro bezahlen.
Ein Betrag der sich auf alle Fälle lohnt!

Botanischer Garten der Lissabonner Universität






Heute bin ich mal wieder an der Rua da Escola Politécnica, am Botanischen Garten, vorbeigelaufen, eine wahre Grünoase inmitten meiner Heimatstadt.
Der Botanische Garten der Politechnischen Universität von Lissabon (port.: Jardim Botânico da Universidade Politécnica de Lisboa), unweit des Rato gelegen, darf nicht mit dem Tropischen Botanischen Garten (port.: Jardim Botânico Tropical) im Stadtteil Belém verwechselt werden (bitte lesen sie hierfür auch mein post vom 13. Januar 2010 „Jardim Botânico Tropical: Der Park).
Es handelt sich hierbei um verschiedene botanische Gärten.

Das letzte Mal das ich im Botanischen Garten der Lissabonner Universität war, war diesen Sommer, zusammen mit meinem Neffen Nelson, der Hobbybotaniker ist, und meiner Nichte Lorena.
Dort bestaunten wir die seltenen Zedern, Araukarien, Palmen, die riesigen Kakteen und die vielen, vielen Schmetterlinge.

Gegründet wurde der Park im Jahre 1873 von der botanischen Fakultät der Universität um den Studenten die Möglichkeit zu geben, „echte“ Anschauungsobjekte zu haben.
Denn bis dahin besaß die Fakultät für Botanik nur getrocknete und gepresste Blumen, Blätter, Früchte und Blühten als Anschauungsmaterial.

Dank des Lissabonner Klimas gedieh der Garten nach wenigen Jahren überaus üppig, so dass er im Jahre 1878 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Der erste Gärtner, der für die Anpflanzung und die Gestaltung des Botanischen Gartens zuständig war, war der deutsche Landschaftsgärtner (port.: jardineiro-paisagista) Edmund Göze.
Von König Luis I persönlich von Deutschland nach Lissabon geholt, pflanzte Göze eigenhändig die ersten Gummibäume und Palmen des Gartens.
Er gab dem Botanischen Park das Gesicht, welches er heute, nach 150 Jahren, noch hat.

Der Nachfolger von Edmung Göze wurde 1876 der französische Botaniker Jules Daveau. Sein größtes Werk ist die Palmenpromenade am Eingang des Botanischen Gartens, den jeder Besucher heute noch durchschreiten muss.

Auf dem 4 h großen Gelände finden sich Bäume, Sträucher und Pflanzen aus allen Erdteilen der Welt, vor allem aus den ehemaligen portugiesischen Überseegebieten Brasilien, Afrika, Indien und Timor, aber auch aus Neuseeland, Australien, Japan und China.
Zum Botanischen Garten gehört ein großes Gewächshaus, in dem subtropische Pflanzen großgezogen werden, ein Samenhaus, in dessen Regalen und Schubladen die größte Blumen- und Baumsamensammlung Portugals existiert und ein in Europa einzigartiges Schmetterlingshaus (zum Schmetterlingshaus werde ich in einem baldigen post mehr schreiben!).

Die Sammlung der botanischen Fakultät besitzt unvorstellbare Schätze, die leider uns normalsterblichen nicht zugänglich sind.
Ein Besuch des Botanischen Gartens lohnt sich aber allemal.
Auch jetzt im nahenden Herbst!