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Donnerstag, 6. März 2014

Aus Scheiße Geld machen


Der kleine Fischerort Nazaré, ca. 100 km nördlich von Lissabon gelegen, ist hierzulande den meisten eigentlich als Badeort und Surfparadies im Sommer bekannt.
In Nazaré selbst und in seiner Umgebung liegen nämlich einige der schönsten Strände Portugals.
Für einige sind Nazarés Strände aber auch im Winter eine Attraktion.

Der Ort ist international bei Surfern für seine Riesenwellen (port.: ondas gigantes) berühmtberüchtigt.
Von überall aus der Welt kommen die Wassersportler im Winter hier an diesen Ort um auf diesen monströsen Wellen zu reiten, die nicht selten über 28 m groß werden können.
Und seit der US-Amerikaner Garrett McNamara im Januar 2013 auf der größten jemals gemessenen Welle gesurft ist, sie ist nachweißlich über 34 m hoch gewesen, ist Nazaré nicht nur unter den Surfern hierzulande ein Begriff.
Hawaii, Kapstadt oder Tahiti waren gestern – heute ist Nazaré bei den Surfern im Winter angesagt!
Aus aller Welt kommen sie nun an die portugiesische Atlantikküste – auch in diesen Winter.
Mit den Wellenreitern kamen die Fotografen, dann die Fans, danach die Schaulustigen und schließlich auch die Geschäftemacher.

Mit allem versuchen Geschäftstüchtige in der Zwischenzeit in Nazaré ihr Geld zu machen.
Vom T-Shirt und vom Käppi mit der Aufschrift „Nazaré – The Biggest Wave of the World“, vom Hochglanzposter, der billigen Kaffeetasse und natürlich dem „idealen“ Surfbrett – alles versucht man getreu der Redensart „Aus Scheiße Geld machen“ an den Mann oder die Frau zu bringen.

Es ist beinahe unglaublich, welche Energie so mancher windiger Geschäftsmann dabei an den Tag legt.
Einer von ihnen wollte wohl seine Rente aufbessern, und bot deshalb, mitten an der Strandpromenade von Nazaré, Wasserkanister mit Meereswasser an.
Auf seinem Pappschild war (immerhin grammatikalisch fast fehlerfrei) zu lesen:

„Vende-se agua da onda gigante da Nazaré”
(dt.: Verkaufe Wasser der Riesenwelle aus Nazaré“)

Ob er hinterher auch nur einen Kanister verkauft hat, wage ich stark zu bezweifeln.
Aber, und das meine ich ernst, da soll mal einer sagen er  wäre nicht kreativ gewesen!

Dienstag, 7. Januar 2014

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung


Ich bin heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit klitschenass geworden, denn ein orkanartiger Sturm zieht gegenwärtig über Portugal.

Seit Tagen herrscht eine raue See an der ganzen Küste Portugals und durch das aufgewühlte Meer trauen sich die Fischer seit Tagen nicht mehr auf den Atlantik hinaus.
Mehrere durch den starken Wind und die meterhohe Wellen verursachte Überschwemmungen haben viele Strandrestaurants und Wohnhäuser landesweit zerstört, etliche Dächer abgedeckt und Windböen Fenster eingeschlagen.
Zahlreiche Bäume, Strom- und Telefonmaste knickten um und fielen so den extremen Wetterkapriolen zum Opfer.
Auf den eher gemäßigten Azoreninseln Faial und Pico ist, Dank der polaren Luft die gerade über Nordamerika zieht, sogar schon Schnee gefallen.
Im Norden Portugals, an der Douromündung bei Porto, wurden gestern über 60 Autos durch eine riesige Welle weggeschwemmt und vier Menschen wurden dabei verletzt.
Zum Glück gab es aber keine Toten zu beklagen.
Noch im Dezember sah es anders aus.
Letzten Monat wurden nämlich insgesamt zwölf Menschen hier im Lissabonner Raum durch Riesenwellen ins Meer gerissen und kamen dabei ums Leben.

Für die nächsten Tage ist in ganz Kontinentalportugal weiterhin mit einer dichten Bewölkung zu rechnen, aber der Wind und der Regen werden wohl nachlassen, so das portugiesische Wetteramt.
Wollen wir mal hoffen, das die Herren Meteorologen recht behalten, denn das schlechte Wetter hat mich heute einen Regenschirm gekostet, was zur Konsequenz hatte, das meine Klamotten durchnässt waren, als ich auf Arbeit erschien.
Aber vielleicht hätte ich mich besser gegen den Regen wappnen müssen, getreu dem alten deutschen Sprichwort:

„Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!“
(port.: „Não há mau tempo, só roupa inadequada!“)