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Dienstag, 10. April 2012

Auch ein Günter Grass hat das Recht Blödsinn und Müll zu schreiben


Wie ich heute der hiesigen portugiesischen Presse entnehmen konnte, hat der israelische Staat den deutschen Schriftsteller Günter Grass zur „persona non grata“ erklärt und diesem zukünftig eine Einreise in Israel verboten.

Zu einer „unerwünschten Person“ ist Grass dadurch geworden, weil er vor gut einer Woche mit einem total realitätsfremden „Gedicht“, welches er mit dem Namen „Was gesagt werden muss“ titulierte, einen abstrusen literarischen Feldzug gegen Israel begonnen hat.

Viele seiner Schriftstellerkollegen, Politiker und Künstler weltweit sind von ihm enttäuscht und überrascht.
Andere wiederum sind regelrecht empört und nennen Grass sogar einen Antisemiten und Schreibtischattentäter.

Nun, enttäuscht und überrascht sind wohl nur die, für die Günter Grass immer so etwas wie eine „moralisch-literarische Autorität“ war.
Man kann von der schriftstellerischen Leistung des Literaturnobelpreisträgers halten was man will, seine politischen Ansichten waren schon immer, so finde ich, eher suspekt und kritikwürdig als überraschend.

In meinen Augen war er schon immer ein Demagoge, linksintellektueller Wichtigtuer und Ignorant der immer wieder gerne versucht hat rechte Politpropaganda unter seiner fragwürdigen literarischen Tarnkappe zu verstecken.

Aus ein paar schlecht geschriebenen und sich nicht reimenden Zeilen ist nun ein regelrechtes Politikum geworden.
Schon werden auch Stimmen laut, die verlangen, man möge Günter Grass den Literaturnobelpreis wieder aberkennen.
Ein absoluter Schwachsinn!

Denn so schlecht und absurd sein „Gedicht“ und seine weltfremden Ansichten auch sein mögen:
Fakt ist:
auch ein Günter Grass hat das Recht Blödsinn und Müll zu schreiben!

Dienstag, 22. September 2009

Casa dos Bicos


An der Rua dos Bacalhoeiros (dt.: Straße der Stockfischhändler), unweit des Campo das Cebolas (dt.: Zwiebelfeld), dort wo sich die Straße platzartig zum Tejo hin weitet, steht eines der originellsten und sehenswertesten Lissabonner Häuser, die Casa dos Bicos (dt.: Haus der Spitzen).

Es war der Chronist Brás de Albuquerque, ein uneheliche Sohn des bedeutenden Vizekönigs von Indien und Eroberers von Ormuz, Afonso de Albuquerque, der sich im Jahre 1523 dieses Haus, für sich und seine Familie, nach neuesten Renaissance-Modellen, erbauen lies.
Dom Brás de Albuquerque bereiste im Jahre 1521 Italien, als Begleiter der Infantin Dona Beatriz, die dort Karl III, den Herzog von Savoyen, am 26. März 1521 heiratete. Bei dieser Gelegenheit besuchte Albuquerque mehrere Orte, unter anderem auch die Städte Ferrara und Bologna.

In Ferrara war er von dem „Palazzo di Diamanti“ (port.: Palacio dos Diamantes / dt.: Diamantenpalast) und in Bologna von dem „Palazzo Bevilacqua“ so begeistert, das er sie als Modelle für seine spätere Casa dos Bicos nahm.

Die Casa dos Bicos, das „Haus der Spitzen“, dessen Fassade mit Quadersteinen in Pyramidenform besetzt ist, soll der Legende nach, bei ihrem Bau mit echten Diamanten an den Spitzen besetzt gewesen sein.
Natürlich handelt es sich hierbei nur um ein Märchen, aber finanziell wäre das durchaus denkbar gewesen, denn die Albuquerques gehörten damals, als Vizekönige von Indien, zu den reichsten und extravagantesten Familien Portugals.

Eigentlich sieht dieser vierstöckige Renaissancepalast, mit seinen Stacheln wenig gastfreundlich aus. Aber von Nahem hat die Casa dos Bicos ihren eigenen Charme.
Beim großen Erdbeben von 1755 wurden die beiden oberen Stockwerke vollkommen zerstört, während die unteren Beiden Etagen unversehrt blieben.
Sie wurden nach dem Beben sofort von den benachbarten Stockfischhändlern in Besitz genommen und von diesen als Lagerraum benutzt.

Nach einer alten Azulejo-Vorlage wurde die Fassade nun in den letzten Jahren von der Stadt Lissabon wieder rekonstruiert.
Der Innenraum wurde „entkernt“ und vollkommen neu gestaltet.

Heute wird die Casa dos Bicos kulturell genutzt.
In ihr befindet sich heute die Bibliothek der Stiftung José Saramago (port.: Bibliotéca da Fundação José Saramago), dem portugiesischen Literaturnobelpreisträger.