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Donnerstag, 10. Mai 2012

Bibliotecas XXI



Eigentlich kommt in letzter Zeit kaum noch etwas sinnvolles und produktives aus dem Lissabonner Rathaus (port.: Câmara Municipal de Lisboa) und Bürgermeister António Costa kann seine Bürger nur noch selten mit positiven Neuigkeiten überraschen.

Umso mehr überrascht es da, das in einer gestrigen Ratsversammlung (port.: reunião de câmara) beschlossen wurde, das die Stadt Lissabon bis zum nächsten Jahr insgesamt 4 Millionen Euro in die öffentlichen Bibliotheken investieren will.
In Zeiten knapper Kassen ist eine Investition von 4 Millionen Euro wahrlich eine gute Nachricht, zumal wenn dieses Geld in die Kultur investiert wird.

Laut der portugiesischen Nachrichtenagentur LUSA sollen diese 4 Millionen Euro dazu benutzt werden, um bis zum Jahre 2013, vier städtische Bibliotheken finanziell zu unterstützen und sie zu modernisieren.

So soll die Stadtbibliothek im Palácio Galveias, im Stadtteil Nossa Senhora de Fatima gelegen, vollkommen renoviert und zum Teil mit neuen Büchern bestückt werden.
Die Bibliothek im Stadtteil Alvalade wird ihren jetzigen Standort verlassen und in den großen und neu sanierten Palácio dos Coruchéus umziehen.
Die Bibliothek in der Hemeroteca (lesen sie bitte hierzu auch meinen Blogeintrag vom 26. Januar 2010 „Die Hemerothek von Lissabon“) wird in den Stadtteil Lapa verlegt und im dortigen Sportzentrum unterkommen. Laut Bürgermeister António Costa soll so zukünftig in Lapa ein Ort der „sportlichen und kulturellen Begegnung“ entstehen.
Im Stadtteil Marvila, wo es bis dato keine öffentliche Bibliothek gab, soll letztendlich sogar eine komplett neue Stadtbibliothek entstehen.

Diese Investitionen der Stadt Lissabon laufen unter dem Projektnamen „Bibliotecas XXI“ und sollen bis 2024 alle 18 öffentlichen Bibliotheken Lissabons finanziell und kulturell unterstützen.
Bürgermeister António Costa erhofft sich dadurch den Bürgern der Stadt, im Zeitalter der modernen Medien, „das Buch“ wieder näher zu bringen.
Dies dürfte nicht allzu schwierig sein, wenn man bedenkt, dass alleine letztes Jahr immerhin an die 700.000 Menschen die öffentlichen Bibliotheken der Stadt Lissabon besucht haben!

Donnerstag, 21. Januar 2010

„Es war das Ende der Welt...“


„Gegen zehn Uhr morgens spürte ich ein leichtes Zittern, begleitet von einem Rumoren, wie von zehn zu schnell gefahrenen Karren, die in der Gasse näher kommen. (...)
Das Zittern wurde stärker, ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, das Haus schien sich zu drehen, ich sah Risse in den Wänden, die tiefer und tiefer wurden. Verriegelte Türen sprangen aus den Angeln, ich hörte draußen Menschen schreien (...)
Ich hörte wie alle das Haus verließen. Ich zog mir eilig eine Jacke über. Während ich herunter gefallene Bücher aufhob, begann das Zittern und Rumoren erneut, diesmal um einiges stärker.
Ich ließ von meinem Vorhaben ab, griff nach meinem Hut und lief hinaus. Ich hatte viel Glück, denn das Haus hätte mich begraben können. Jetzt erst sah ich nämlich, wie sich unser Haus vor und zurück beugte, wie ein Schiffsmast im Sturm. Es war gespenstig (...)
Später sah ich, dass in der ganzen bemitleidenswerten Nachbarschaft keiner außer mir etwas Anständiges am Leibe trug (…).“

„Das Volk war durchdrungen von dem Gedanken, dies sei der Jüngste Tag. So taten sie in den Momenten zwischen den Erdstößen Frommes. Sie beteten und bekreuzigten sich mitten auf den Straßen. Männer wie Frauen murmelten Litaneien und riefen schreiend die Toten an. Bei jedem neuen Erdstoß sanken sie auf die Knie und flehten um Gnade (...).“

„Jetzt erst, wo ich umherirrte merkte ich, dass mein Bein verletzt war und ich aus den Augen blutete. Ich ging zurück in den Hof, wo meine Brüder waren. Gott sei Dank, sie lebten (…)! Andere liefen zum Fluss, ein Schiff zu erreichen. Sie wollten fort, fort aus dieser toten Stadt, doch dort sollte sie bald ein noch schlimmeres Schicksal treffen, denn das Meer kam in riesigen Wellen in die Stadt. Es war das Ende der Welt (…).“



Dies ist nicht etwa der Bericht eines Überlebenden des schrecklichen Erdbebens von Haiti, vom 12. Januar dieses Jahres.
Nein, es ist der Auszug aus einem Brief des englischen Kaufmanns und Handelsgesandten Thomas Chase, der im heutigen Stadtteil Lapa lebte, und der über das große Erdbeben vom 01. November 1755, hier in Lissabon berichtet.
Er schrieb diese Zeilen an seinen Bruder, der in London weilte, am 13. November 1755.

Aber auch wenn diese Zeilen schon über 254 Jahre alt sind, so sind sie so doch so erschreckend aktuell, als ob sie wirklich erst heute geschrieben worden wären.

Dienstag, 16. Juni 2009

Die 53 Lissabonner Stadtteile und die 4 Bezirke



Diese Woche bin ich gefragt worden, nachdem ich in meinem post „Santo António de Lisboa“ von den 53 Lissabonner Stadtteilen geschrieben habe, die bei den Marchas Populares miteinander konkurrieren, wie denn die Lissabonner Stadtteile eigentlich heißen.
Die 53 Lissabonner Stadtteile (Freguesias) schließen sich zu vier Gemeinden (Bairros) zusammen, die keinen spezifischen Namen haben, sondern einfach 1. Bairro, 2. Bairro, 3. Bairro und 4. Bairro heißen.
Hier nun, in alphabetischer Reihenfolge die Namen der 53 Stadtteile. Ich habe, in Klammern gleichzeitig auch die Bairros dazugeschrieben, zu denen die einzelnen Stadtteile gehören:

Ajuda (2. Bairro)
Alcântara (2. Bairro)
Alto do Pina (4. Bairro)
Alvalade (3. Bairro)
Ameixoeira (3. Bairro)
Anjos (1. Bairro)
Beato (4. Bairro)
Benfica (3. Bairro)
Campo Grande (3. Bairro)
Campolide (3. Bairro)
Carnide (3. Bairro)
Castelo (1. Bairro)
Charneca (3. Bairro)
Coração de Jesus (1. Bairro)
Encarnação (1. Bairro)
Graça (1. Bairro)
Lapa (2. Bairro)
Lumiar (3. Bairro)
Madalena (1. Bairro)
Mártires (1. Bairro)
Marvila (4. Bairro)
Mercês (1. Bairro)
Nossa Senhora de Fátima (3. Bairro)
Pena (1. Bairro)
Penha de França (4. Bairro)
Prazeres (2. Bairro)
Sacramento (1. Bairro)
Santa Catarina (1. Bairro)
Santa Engrácia (1. Bairro)
Santa Isabel (2. Bairro)
Santa Justa (1. Bairro)
Santa Maria de Belém (2. Bairro)
Santa Maria dos Olivais (4. Bairro)
Santiago (1. Bairro)
Santo Condestável (2. Bairro)
Santo Estêvão (1. Bairro)
Santos-o-Velho (2. Bairro)
São Cristóvão e São Lourenço (1. Bairro)
São Domingos de Benfica (3. Bairro)
São Francisco Xavier (2. Bairro)
São João (4. Bairro)
São João de Brito (3. Bairro)
São João de Deus (4. Bairro)
São Jorge de Arroios (4. Bairro)
São José (1. Bairro)
São Mamede (1. Bairro)
São Miguel (1. Bairro)
São Nicolau (1. Bairro)
São Paulo (1. Bairro)
São Sebastião da Pedreira (3. Bairro)
São Vicente de Fora (1. Bairro)
Sé (1. Bairro)
Socorro (1. Bairro)