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Dienstag, 18. November 2014

Damião de Góis – Humanist, Historiker und Diplomat


Am 16. Oktober Anno Domini 1572 verhängte das Inquisitionsgericht (port.: tribunal do Santo oficio) zu Lissabon die Strafe „carcere perpetuo“ gegen den Humanisten, Historiker und Diplomaten Damião de Góis. Wegen Ketzerei und Abwendung von der römisch-katholischen Kirche wurde er zuerst zum Tode verurteilt, dann aber begnadigt und seine Strafe wurde in lebenslange Haft umgewandelt.
18 Monate dauerte damals das Gerichtsverfahren gegen den 70jährigen Damião de Góis.
Gleich nach seiner Verurteilung wurde er ins Kloster von Batalha (port.: Mosteiro da Batalha) gesteckt, durfte dann aber nach einiger Zeit seine Haftstrafe unter Hausarrest in seinem Geburtshaus in Alenquer verbringen.
Hier in Alenquer verstarb er dann drei Tage vor seinem 72. Geburtstag, am 30. Januar 1574.

Damião de Góis wurde als Sohn des adligen Gutsherren und Viehzüchters Rui Dias de Góis und seiner vierten Ehefrau, der Flämin Isabel de Limi, am 02. Februar 1502 in der portugiesischen Stadt Alenquer geboren.
Als Damião neun Jahre alt war verstarb sein Vater und er wurde von seiner Mutter an den Hof in Lissabon geschickt um dort König Manuel I als Pagen zu dienen.

Die Regentschaft von Manuel I, am Anfang des 16. Jahrhunderts, war wirtschaftlich und kulturell das „goldene Zeitalter“ der portugiesischen Entdeckungs- und Expansionspolitik.
Damião de Góis wuchs damals an einem Hof auf, an dem sich die verschiedensten Seefahrer, Kartografen, Schriftsteller, Theologen, Dichter, Maler, Mathematiker und Astronomen die Klinke in die Hand gaben.
Damião wollte zuerst Seefahrer werden, aber als König Manuel I im Jahre 1521 stirbt und sein Sohn João III den Thron übernimmt, sieht der es nicht ein, warum er einen so klugen Kopf wie Damião de Góis zur See fahren lassen soll, wenn der ihm von viel größerem Nutzen an Land sein kann.

Und so wurde Damião im Jahre 1523, im Alter von 21 Jahren, von König João III nach Antwerpen geschickt – dem führenden Handelsplatz und Finanzzentrum des damaligen Europas – um dort Sekretär des Königs am Handelskontor (port.: feitoria) zu werden. Er führte seine Arbeit in Antwerpen zur vollsten Zufriedenheit des Monarchen aus, aber mit der Zeit fand Damião die Schreibarbeit recht monoton und sie erfüllte ihn nicht.

Damião nahm jede Gelegenheit wahr sich weiterzubilden. Unter anderem lernte er in Antwerpen bei einem Privatlehrer latein und italienisch und bei einem Besuch im schweizerischen Fribourg nahm er Theologie- und Philosophieunterricht bei seinem späteren Freund Erasmus von Rotterdam (port.: Erasmo de Roterdão).
1531 beschloss König João III ihn auf eine diplomatische Reise durch den Norden Europas zu schicken. Und so kam es, das Damião de Góis in den folgenden zwei Jahren Polen, Litauen, Dänemark, Schweden, Endland, Frankreich und auch Deutschland als Vertreter des Königs von Portugal bereiste.
In Deutschland lernte er dann in Wittenberg Philipp Melanchton (port.: Filipe Melâncton)  und Martin Luther (port.. Martinho Lutero) kennen und freundete sich mit den beiden Reformatoren an.
Später wird Damião de Góis sich aber, als er von der Inquisition in die Mangel genommen wird, vor allem von Luther und seinen revolutionären Ideen distanzieren.

Im Jahre 1533 beendete Damião de Góis seine diplomatische Reise durch Nordeuropa und kehrte an den Hof in Lissabon zurück.
König João III ernannte ihn zum Schatzmeister der „Casa da India“ (dt.: Indienhaus), der damaligen zentralen Verwaltungsbehörde aller portugiesischer Überseegebiete und des Überseehandels. Da es aber nur bei der Ernennung dieses prestigeträchtigsten Postens blieb, beschloss Damião de Góis nach ein paar Monaten wieder Portugal zu verlassen – ohne die Erlaubnis des Königs!

Damião de Góis hatte eine Einladung seines Freundes Erasmus von Rotterdam erhalten und reiste über Basel nach Fribourg, wo er dann für fünf Monate im Hause des wohl berühmten Humanisten seiner Zeit blieb.
Anfang 1534 tritt Damião eine Reise nach Italien an, wo er sich an der damals sehr renommierten Universität von Padua einschrieb um zu studieren.
Hier in Padua blieb er die nächsten vier Jahre seines Lebens und während seiner Studienzeit lernte er viele berühmte Wissenschaftler und Theologen der damaligen Zeit kennen. Eine der Bekanntschaften die er in Padua verhängnisvoller Weise machte, war die des portugiesischen Jesuitenpaters Simão Rodrigues de Azavedo.
Azavedo wird elf Jahre später derjenige sein, der Damião de Góis bei der Inquisition anschwärzt, und mit dafür sorgt, dass er lebenslänglich erhält.

Als Damião de Góis sein Studium 1538 beendete, reiste er ins flämische Leuven (port.: Lovaina / dt.: Löwen) um an der dortigen Katholischen Universität weiter zu studieren. In Leuven lernte er kurz nach seiner Ankunft die Tochter des reichen Kaufmanns André van Hargen lernen, die Bürgerstochter Johanna van Hargen.
Ein Jahr später, 1539, heiraten Damião de Góis und Johanna van Hargen.
In Leuven publiziert Damião seine ersten großen Werke:
Im Jahre 1539 „Commentani rerum gestarum in India“, 1540 „Fides, religio moresque Aethiopum“ und 1544 „Damiani a Goes eqvitis Lvsitani aliqvot opvscvla“

Als französische Truppen im Jahre 1542 Flandern überfielen und die Stadt Leuven besetzten, nahmen sie Damião de Góis, einen glühenden Verteidiger der Stadt, fest.
Nur gegen ein sehr hohes Lösegeld und ein gut eingelegtes Wort beim französischen Monarchen Franz I (franz.: François I) konnte König João III damals die Freilassung von Damião de Góis nach monatelanger Haft erreichen.

1545 kehrte Damião de Góis mit seiner Ehefrau Johanna nach Portugal zurück. Dank der sehr guten Geschäftsbeziehungen und den persönlichen Kontakten die er außerhalb Portugals besaß und pflegte konnten er und seine Familie in Portugal ein wohlhabendes und, wie es scheint, recht glückliches Leben führen.
Dieses Glück wurde damals nur dadurch gestört, das Damião de Góis wegen seiner offenen Art und Weise ab und zu mit dem Klerus und dem Adel in Konflikt kam.
So denunzierte ihn z.B. Simão Rodrigues de Azavedo, ein Jesuitenpater den er noch aus Padua kannte, bei der Inquisition als Ketzer. Diese Verleumdungen hatten aber noch keine Konsequenzen für Damião de Góis, denn er genoss damals das uneingeschränkte Vertrauen des Königs.
Erst Jahre später sollte sich das Blatt gegen Damião de Góis wenden!

König João III mochte Damião de Góis sehr und hatte zu ihm größtes Vertrauen. So kam es, dass der König ihn im Jahre 1548 zum obersten Verwalter des Zentralarchivs des Königreiches, der Torre do Tombo, ernannte.
Im Jahre 1566 erhielt Damião de Góis vom Königshaus den Auftrag ein Buch über das Leben des verstorbenen Königs Manuel I und die Entdeckungen während seiner Regierungszeit zu schreiben.

Dieses Buch, mit dem Namen „Crónica do Felicissimo Rei D. Manoel“ (dt.: „Chronik des glücklichen Königs Manuel“), galt damals – und gilt auch heute noch – als das wichtigste Werk von Damião de Góis.
Aber, so bedeutsam diese Chronik über Manuel I literarisch auch war, so verhängnisvoll sollte sie später für den Humanisten Damião de Góis sein.

Denn in einer Zeit in denen Chroniken über Monarchen immer in Lobhudelei ausarteten, wagte es Damião de Góis doch damals tatsächlich die Regierungszeit von Manuel I nicht so strahlend darzustellen wie vom Königshaus eigentlich gewünscht.
Er schrieb in seiner Chronik schonungslos über die Ausbeutung und die willkürlichen Grausamkeiten der damaligen Kolonialzeit und nannte so die Dinge beim Namen.
Viele hochrangige Adlige und Männer der Kirche – allen voran Kardinal Henrique (port.: Cardeal D. Henrique), der Onkel des Königs und Großinquisitor des Königreiches – fanden Damiãos Buch damals recht respektlos und werteten die in Auftrag gegebene Chronik nicht mehr und nicht weniger als Hochverrat – und Hochverrat wurde damals mit der Todesstrafe geahndet!
Ehe sich Damião de Góis versah, stand er plötzlich unter Beobachtung des Großinquisitors Kardinal Henrique.

1571 wurde Damião de Góis tatsächlich von der Inquisition der Ketzerei angeklagt.
In einem Gerichtsverfahren das sich über eineinhalb Jahre hinzog gestand er zermürbt und resigniert die Fehler ein, die er 35 Jahre vorher begangen haben soll, und bat das Inquisitionsgericht um Gnade.
Sein Geständnis und seine bitte um Vergebung verhinderten seinen Tod auf dem Scheiterhaufen, aber sie verhinderten nicht die Demütigung denen er fortan ausgeliefert war und die bis zu seinem Tod andauern sollten.

Damião de Góis, einer der kritischsten Zeitgeister seiner Epoche in Europa und der wichtigste Humanist der portugiesischen Renaissance, wurde nach seiner Verurteilung durch das Inquisitionsgericht unter Hausarrest gesetzt.
Die letzten Monate seines Lebens verbrachte er von allen verlassen in seinem Geburtshaus in Alenquer, wo er am 30. Januar 1574, unter bis heute recht mysteriösen Umständen, starb.

Samstag, 28. Juni 2014

Die Portugiesen in… Natal


Portugal ist bei der Fußball-WM 2014 (port.: Mundial de futebol 2014) in Brasilien bereits in der Vorrunde ausgeschieden.
Nichtsdestotrotz wird in Brasilien weiter Fußball gespielt.
Ich werde hier im „Planet Portugal“ versuchen in nächster Zeit noch den einen oder anderen Austragungsort dieser Fußball-WM in Brasilien vorzustellen. Fast all diese Städte haben eine portugiesische Entstehungsgeschichte und noch heute einen starken portugiesischen Einfluss, so auch Natal.

Der Küstenstreifen an dem heute die Stadt Natal liegt wurde im Jahre 1535 zum ersten Mal von den Portugiesen besucht.
Es war der portugiesische Kapitän Aires da Cunha der damals auf Befehl König João III eine Expeditionsflotte in die erst kürzlich neuentdeckte Welt führte.
An der Mündung eines großen Flusses, den die Portugiesen zuerst einfach Rio Grande nannten – erst später wurde dieser Fluss auch von den Portugiesen mit seinem indigenen Namen „Potenji“ benannt – gingen sie zum ersten Mal an Land, und gründeten ein neues Verwaltungsgebiet auf brasilianischem Boden, die kleine Capitania do Rio Grande.

Die Capitania do Rio Grande wurde in den ersten Jahrzehnten nachdem sie gegründet und von den Portugiesen in Besitz genommen war, nur sporadisch besucht.
Erst als der französische Pirat Jacques Riffault um 1595 anfing mit seinen Männern erfolgreich mit den eingeborenen Indios Handel zu treiben und Riffault die Tupi-Indianer immer mehr gegen die Portugiesen aufgewiegelte, konnte der spanische König Philipp II, der als Felipe I seit 1580 auch über Portugal herrschte, die Geschehnisse nicht mehr tolerieren.

Im Dezember 1597 entsandte der Gouverneur von Rio Grande, Francisco de Sousa, die beiden Militärverwalter Manuel Mascarenhas Homem und Jeronimo de Albuquerque Maranhão mit einer Militärflotte an den Rio Potenji, wo sie am 25. Dezember 1597, dem Weihnachtstag (port.: natal), ankamen.
Die Kriegsflotte brauchte nur 12 Tage um die französischen Seeräuber aus der Kolonie zu vertreiben.
Schon am 06. Januar 1598 fing Jeronimo de Albuquerque Maranhão mit dem Bau einer Festung am rechten Ufer der Mündung des Potenji an, dem Forte dos Três Reis Magos (dt.: Festung der Heiligen drei Könige).
Diese Festung, die am 24. Juni des gleichen Jahres fertig gestellt wurde und die noch heute sehr gut erhalten ist, sollte die Portugiesen zukünftig vor den feindlich gesinnten Tupi-Indianern schützen und auch eine etwaige Rückkehr der Piraten erschweren.

Kaum war die Festung erbaut, siedelten sich die ersten portugiesischen Händler an.
Sie wollten es den französischen Piraten nachmachen, und mit den Indios das begehrte rote Brasilholz (port.: pau-brasil / lat.: Caesalpinia echinnata) handeln, das es in dieser Gegend damals zuhauf gab.
Am 25. Dezember 1599, dem Weihnachtstag, wurde auf einem Platz, außerhalb der Festungsmauer, dort wo sich heute die Alte Kathedrale an dem belebten Platz Praça André de Albuquerque befindet, zum ersten Mal eine Messe abgehalten.
Dieses Datum und diese Messe gelten als die Geburtstunde der Stadt Natal.

1633 wurde Natal von Mitgliedern der niederländischen Westindien-Kompanie überfallen, besetzt und mit dem Namen „Neu Amsterdam“ (port.: Nova Amsterdão) versehen.
Da sich das mit Spanien in einer Personalunion befindliche Portugal damals keine funktionierende Armee mehr hatte, blieben die Holländer in den nächsten 21 Jahren in der Stadt.
Erst als Portugal die Unabhängigkeit von Spanien im Jahre 1640 wiedererlangte, kam Natal im Jahre 1654, nach großen Anstrengungen, wieder in portugiesischen Besitz.

Aber selbst nach der Rückeroberung des viel umkämpften Gebietes war das Interesse der Portugiesen an Natal fortan eher gering. Sie zogen damals die verhältnismäßig nahen und sicheren Kolonialstädte Recife, Olinda und Fortaleza vor.
Denn da man sich in Rio Grande damals aufgrund der wirtschaftlichen Lage keine schwarzen Sklaven leisten konnte, wurden die ortsansässigen Tupi-Indianer weiterhin zur Sklavenarbeit gezwungen, was zur Folge hatte, das das Verhältnis zwischen den Portugiesen und den Eingeborenen weiterhin sehr angespannt blieb.

Dies ging soweit, das sich das Tupi-Volk der „Cariri“ im Jahre 1683 in einer Widerstandsbewegung (port.: „Confederação dos Cariris”) zusammentaten und offen gegen die Kolonialherren Krieg führten.
Dieser blutige Guerillakrieg, der auf beiden Seiten viele Opfer forderte, wurde erst 1713 von portugiesischen Expeditionsmitgliedern und Abenteurern, den Bandeirantes, niedergeschlagen.

Bis zur Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal im Jahre 1822 hatte Natal mit seinen etwa 16.000 Einwohnern aber ansonsten ein ruhiges Dasein.
Erst nach der Beendung der portugiesischen Souveränität erwachte das koloniale Natal langsam aus seinem Dornröschenschlaf.

Heute ist Natal die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Norte, hat 800.000 Einwohner und Dank seiner über 300 Sonnentage im Jahr, einem ausgeglichenen Klima, seiner spektakulären Lage am Strand und seinen weltberühmten Sanddünen ein touristischer Anziehungspunkt Brasiliens – ein Anziehungspunkt mit portugiesischen Wurzeln.

Montag, 16. Juni 2014

Die Portugiesen in... Salvador da Bahia


Im Rahmen der Vorrundenspiele der Fußball-WM 2014 (port.: Mundial de futebol 2014) in Brasilien, spielt die Portugiesische Seleção am heutigen Montag gegen die Deutsche Fußballnationalmannschaft.
Spielort des ersten Gruppenspiels beider Mannschaften ist die brasilianische Hafenstadt Salvador da Bahia.
Ich werde hier im „Planet Portugal“ versuchen in nächster Zeit einige Städte vorzustellen, in denen bei der WM in Brasilien gespielt wird. Fast all diese Städte haben eine portugiesische Entstehungsgeschichte und noch heute einen starken portugiesischen Einfluss, so auch Salvador da Bahia.

Die Küste Bahias war das erste Land, das der Portugiese Pedro Álvares Cabral sichtete, als er am 22. April des Jahres 1500 Brasilien entdeckte.
Nach der Entdeckung dieses neuen riesigen Landes, entsendete der portugiesische König Manuel I verschiedene Expeditionsfahrten in Richtung der Neuen Welt, um diesen Kontinent, dessen Menschen und seine Pflanzen- und Tierwelt zu erforschen.
Eine dieser ersten Expeditionen fand im Herbst 1501 statt und stand unter dem gemeinsamen Kommando von Kapitän Gaspar de Lemos, der im Jahr zuvor der Flotte Cabrals angehört hatte als dieser das Land entdeckte, und des italienischen Seefahrers und Kartographen Amerigo Vespucci, der im Auftrag der portugiesischen Krone das neue Land auf Karten aufzeichnen sollte.

Am 01. November 1501, dem Allerheiligentag, entdeckten Lemos und Vespucci gemeinsam eine riesige, reizvolle Bucht mit einigen vorgelagerten Inseln, der sie, des Datums wegen, den Namen „Bahia de Todos os Santos“ (dt.: „Allerheiligenbucht“) gaben.

1511, 10 Jahre nach der Entdeckung der Meeresbucht, erlitt ein französisches Schiff am Eingang der Bucht Schiffbruch, und einige Mitglieder der Besatzung konnten sich an Land retten.
Unter den Schiffsbrüchigen die sich retteten war auch der Portugiese Diego Álvares, der schnell Freundschaft mit den ortsansässigen Tupinambá-Indios schloss.
Er wurde von den Indios in ihr Dorf aufgenommen, heiratete später die Häuptlingstochter Paraguaçu und lernte von den Tupinambás sogar, unter anderem, wie man Zuckerrohr anbaute.

Es dauerte nicht lange, und nach Diego Álvares kamen die ersten Abenteurer, die ersten Händler und die ersten Missionare in das Dorf und aus Bahia wurde mit der Zeit eine „Capitania“.
Eine „Capitania“ war damals eine Verwaltungszone, die vom König in Portugal an Adlige und Kapitäne – daher der Name „Capitania“ – als Lehensitz vergeben wurde.

Den jesuitischen Missionaren ist es zu verdanken, das die ortsansässigen Tupinambá-Indianer missioniert und so daher nicht versklavt wurden.
Da aber der Anbau und Handel mit Zuckerrohr damals anfing zu florieren und dringend Feldarbeiter für die Zuckerohrplantagen gebraucht wurden, verschleppten die Portugiesen einfach Afrikaner aus Angola und brachten diese als Sklaven nach Brasilien.
So legten damals die Portugiesen, auf perverse Weise, den Grundstein für ein bis heute sehr afrikanisch geprägtes Salvador.

Im Jahre 1536 machte der Nachfolger König Manuels, König João III, den Adligen Francisco Pereira Coutinho zum Verwalter der Capitania Bahia, und dieser gründete eine Siedlung unweit des Indiodorfes dem er seinen Namen gab.
Das Dorf „Pereira“ wurde zum neuen Verwaltungssitz der Capitania Bahia und somit schnell zum Geschäftszentrum der neuen Kolonie.
Die Erhebung „Pereiras“ vom einfachen Dorf zum wichtigen Handelszentrum ist wohl das einzig Positive womit Francisco Pereira Coutinho im Nachhinein in Verbindung gebracht werden kann. Denn Coutinho soll ein ungerechter, rüpelhafter, sadistischer und sehr grausamer Mann gewesen sein, vor allem den eingeborenen Indios gegenüber.
Er war von den Ureinwohnern so verhasst, das die Indios, die jahrelang mühevoll von den Missionaren im christlichen Glauben und Nächstenliebe erzogen worden waren, ihn, als sie ihn Ende 1547 zu fassen bekamen, töteten und aufaßen!

Noch vor seinem Tod hatte Francisco Pereira Coutinho den portugiesischen Seefahrer und Adligen Tomé de Sousa damit beauftragt unweit des Dorfes eine Festung zu bauen, um die Siedlung und das Umland vor feindlichen Angriffen zu schützen.
Diese Festung erhielt den klangvollen Namen „São Salvador da Bahia de Todos os Santos“ (dt.: „Heiliger Retter der Bucht von Allerheiligen“).

Nachdem Portugal sich 49 Jahre lang nicht um die Kolonialisierung des neu entdeckten Brasiliens gekümmert hatte – das Land wurde lediglich mancherorts verwaltet – machte König João III im Jahre 1549 Tomé de Sousa zum ersten Generalgouverneur der Kolonie.
Das Dorf „Pereira“ und die Festung wurden in Salvador da Bahia umbenannt und am 21. März 1549 zur Hauptstadt von Portugiesisch Amerika, dem heutigen Brasilien, erklärt.

Nach der Ernennung Salvadors zur Hauptstadt wurde die Stadt zum Verwaltungs- und Geschäftszentrum, sowie zum religiösen Mittelpunkt Südamerikas.
Noch heute zeugen viele alte Bauten und wunderschöne Kirchengebäude aus der Kolonialzeit Salvadors – einige von ihnen sind heute UNESCO-Weltkulturerbe – vom unübersehbaren portugiesischen Einfluss in der Stadt.
Dies sind z.B. in der Oberstadt (port.: Cidade Alta):

- Kathedrale Sé Primacial São Salvador
- Kloster Nossa Senhora do Carmo
- Kirche Santa Casa da Misericordia
- Kirche und Kloster São Francisco
- Kirche und Kloster Santa Teresa
- Kloster São Bento

In der Unterstadt (port.: Cidade Baixa) z.B.:

- Kirche Nossa Senhora da Conceição da Praia
- Kirche Senhor Bom Jesus do Bonfim

Salvador wurde Ende im 17. Jahrhundert zu der wichtigsten portugiesischen Kolonialstadt, und auch andere fanden die Stadt anscheinend sehr attraktiv, denn in den Jahren 1598, 1624, 1625 und 1638 überfielen und besetzten Holländer die Stadt, wurden aber alle vier Mal erfolgreich vertrieben.
Um 1640 war Salvador die größte Stadt Portugals und die größte Metropole der südlichen Welthalbkugel – einen Rang, den heute die brasilianische Metropole São Paulo hat.
Im Jahre 1763 wurde das südlicher gelegene Rio de Janeiro die neue Hauptstadt Brasiliens und Salvador lediglich zur Provinzhauptstadt.

Als die portugiesische Königsfamilie im Jahre 1807 vor den Truppen Napoleons aus Portugal fliehen musste, begab sie sich auf den Weg nach Brasilien.
Der erste Hafen den sie in Südamerika anliefen war der von Salvador da Bahia. Die riesige Flotte von Königin Maria I und ihrem Sohn, Prinzregent João, kam am 23. Januar 1808 in Salvador an. Die königliche Familie blieb aber nicht so lange in der Stadt, denn bereits 35 Tage nach der Ankunft segelten sie weiter in die Hauptstadt Rio de Janeiro, wo sie dann bis 1820 blieben.

Am 07. September 1822 erlangte Brasilien, nach 322 Jahren Kolonialzeit, die Souveränität von Portugal.
Mit der Unabhängigkeit Brasiliens endete die portugiesische Hoheit auch über Salvador da Bahia.
Der portugiesische Einfluss aber, der lebt bis heute in dieser Stadt und er wird hier wohl zweifellos auch in Zukunft sichtbar und zu spüren sein.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Castelo Branco



In Mittelportugal, nordöstlich von Lissabon und nahe der spanischen Grenze, liegt die alte Hauptstadt der historischen Provinz Beira Baixa, Castelo Branco.
In Castelo Branco leben etwa 40.000 Menschen, die laut einer Studie der portugiesischen Verbraucherschutzorganisation DECO, und im Vergleich zu anderen Städten der Region, ein überdurchschnittlich hohes Maß an Lebensqualität genießen.

Aber die Lebensqualität wird auch schon vor 2000 Jahren nicht schlecht gewesen sein, denn zahlreiche Funde belegen, das schon die alten Römer sich anscheinend in diesem Teil der Beira Baixa sehr wohl gefühlt haben müssen – auch wenn heute leider nichts mehr an diese Zeit im Stadtbild erinnert.

Im Jahre 1182 wird Castelo Branco zum ersten Mal erwähnt.
In einem Dokument aus diesem Jahr vermacht der Edelmann Fernandes Sanches dem religiösen Tempelritterorden (port.: templários) eines seiner Güter, die Vila Franca da Cardosa, die einstmals im heutigen Stadtgebiet von Castelo Branco lag.
Im Jahre 1213 ersuchen die Tempelritter in einem Schreiben an Papst Innozenz III um die Erlaubnis, eine Burg für ihren Orden an dieser Stelle bauen zu dürfen.
In einer Urkunde an die Tempelritter, aus dem Jahre 1215, gewährt der Papst daraufhin diesen Bau, der urkundlich zum ersten Mal „Castelobranco“ genannt wird.

So wird zwischen den Jahren 1214 und 1230 eine weiße Burg (port.: Castelo Branco) errichtet, die damals noch weit davon entfernt war, einmal die Stadt zu werden, die sie heute ist.
Leider sind heute nur noch geringe Fragmentteile aus dieser Zeit vorhanden.
Innerhalb der ehemaligen Burgmauern existieren damals, bis ins 16. Jahrhundert hinein, nur die Burg, die Kirche Igreja de Santa Maria do Castelo und einpaar Behausungen für die einfachen Bewohner der Burg.

Im Jahre 1510 erteilt König Manuel I in einem Brief (port.: carta de foral) der grenznahen Burg Sonderrechte und ihren Bewohnern gewisse Bürgerrechte.
König João III sichert 1535, in einem erneuten Brief, weiterhin den Bewohnern der Burg diese besonderen Bürgerrechte.
Basierend auf diese königlichen Sonderrechte wächst die Burg zusehends.
Anfang des 17. Jahrhunderts findet das Leben nicht mehr nur innerhalb der Burgmauern statt, sondern auch außerhalb dieser.
So kommt es, das im Jahre 1642, nach der erneuten Unabhängigkeit Portugals von Spanien, die aus den fugen geratene Burg durch König João IV, zur Kleinstadt Vila de Castelo Branco erhoben wird.
Erst 1771 werden Castelo Branco, durch König José I, die vollen Stadtrechte verliehen.

Durch die grenznahe Lage zu Spanien kam Castelo Branco in der Geschichte stets eine bedeutende militärstrategische Rolle zu.
Trotz des wehrhaften Ausbaus der Stadtmauer hatte die Stadt im Laufe der Geschichte so wiederholt unter fremden Angriffen und Überfällen zu leiden, zuletzt im Jahre 1807, als napoleonische Truppen unter General Jean-Andoche Junot, erhebliche Schäden in der Stadt anrichteten.

So kommt es, das Castelo Branco, weil es immer eine umkämpfte Stadt war und ihre Bürger eher mehr Sinn zur Verteidigung als zur Schönheit hatten, heute leider kein außergewöhnlich ansprechendes Ortsbild vorweisen kann.

Hauptanziehungspunkt der Stadt ist der Jardim Episcopal, der ehemalige bischöfliche Garten.
Er ist einer der schönsten barocken Parks in ganz Portugal.
Die in Terrassen angelegten Gärten entstanden zu beginn des 18. Jahrhunderts, als Castelo Branco von Papst Klemens XIV zum Bischofssitz ernannt wurde.
Der Park ist ein wahrer Panoptikum barocker Überschwänglichkeit und Verspieltheit: Sorgsam gestutzte Bäume und Sträucher, sowie kunstvoll geformte Beete sind belebt von Teichen und Wasserspielen.
Beeindruckend ist die Überfülle barocker Gartenplastiken, wie unzählige Erzengel, Evangelisten, Apostel, Könige, Tiergestalten und allegorischen Figuren.

Die nördliche Parkbegrenzung bildet der alte Bischofspalast (port.. Antigo Paço Episcopal).
Der ursprünglich gotische, und im Jahre 1726 barock umgestaltete Bau beherbergt heute ein Museum, das prähistorische und römische Funde aus der Umgebung von Castelo Branco zeigt, sowie Gemälde portugiesischer Meister, Gobelins, Münzen, Möbel und Waffen.
Vor dem Bischofspalast steht der schöne Pelourinho (dt.: Pranger), der von den Einheimischen „Cruzeiro de São João“ genannt wird, mit seinem gedrehtem Schaft.

Weitere sehenswerte Gebäude der Stadt sind der alte Stadtpalast Solar dos Viscondes de Oleiros, in dem heute das Rathaus untergebracht ist, die aus dem Jahre 1519 stammende Kirche Igreja da Misericórdia, mit ihrem imposanten manuelinischen Portal und das Museum Cargaleiro, das eine große und bedeutende Sammlung des Malers und Keramikkünstlers Manuel Cargaleiro beherbergt.

In der Umgebung von Castelo Branco befinden sich zahlreiche lohnenswerte Ausflugsziele. Etwa 60 km nordöstlich liegt z.B. das malerisch gelegene historische Dorf Monsanto, das den Ruf hat „das portugiesischste Dorf“ Portugals zu sein (bitte lesen sie hierzu auch meinen Blogeintrag „Gemeindeausflug 2012 der DEKL in die Beira Baixa“, vom 30. September 2012).

Rund 30 km südwestlich von Castelo Branco befindet sich, in einem Naturschutzgebiet, das imposante Felsentor Portas de Ródão.
Portas de Ródão ist der Name einer natürlichen Wasserschlucht, die der Tejo über Jahrmillionen in den Felsen ausgewaschen hat.

Nördlich von Castelo Branco, am Nordabhang des Gardunha-Gebirges, befindet sich das Städtchen Fundão, das in ganz Portugal vor allem wegen seinem intensiven Kirschenanbau, zweifelsohne die besten und leckersten Kirschen des Landes, bekannt ist.

Wer einmal das ursprüngliche Portugal kennen lernen möchte, dem seien ein Ausflug nach Castelo Branco und seine Umgebung nur wärmstens zu empfehlen.
Castelo Branco ist leicht mit dem Auto zu erreichen, da es infrastrukturmäßig sehr gut an Autobahn und Schnellstraßen angeschlossen ist.
Aber noch empfehlenswerter ist eine Anreise nach Castelo Branco mit der Eisenbahn.
Alleine die wunderschöne Zugfahrt von Lissabon aus, immer am Ufer des Tejo entlang, ist wahrlich eine Reise wert!

Sonntag, 8. Januar 2012

Lusotropikalismus


Haben sie schon einmal von dem Begriff „Lusotropikalismus“ (port.: „Luso-Tropicalismo“ gehört?
Nun, wenn nicht, dann stehen sie nicht alleine da, denn die meisten Deutschen, und leider auch heute die meisten Portugiesen, kennen diesen Begriff nicht.

Der Begriff Lusotropikalismus setzt sich aus den zwei Begriffen „luso“ (dt.: Portugiese, portugiesisch) und „tropical“ (dt.: tropisch) zusammen.
Lusotropikalismus ist eine politische Ideologie, so wie die Ideologie des Kapitalismus oder des Kommunismus.

Die Ideologie des Lusotropikalismus stand einmal für die Verbreitung der vermeintlichen geschichtlichen und moralischen Überlegenheit Portugals gegenüber seinen Kolonien und Überseegebieten, im Vergleich zu den anderen Kolonialmächten Europas.
Ihr Inhalt bezeichnete die portugiesische Fähigkeit und Gabe sich mit fremden Völkern und Kulturen zu vermischen, woraus sich dann aus dieser Verbindung eine spezielle soziale Harmonie des Zusammenlebens und ein kontinental übergreifendes und tolerantes Miteinander der einzelnen Rassen ergaben.

Als Portugal einstmals unter den Königen Manuel I und João III seine Kolonialgeschichte anfing, war es schon damals oberste Politik des Staates gewesen fremde Völker nicht zu Vernichten, so wie es später z.B. die Spanier mit den Azteken und den Mayas oder die Britten mit den Indianern Nordamerikas gemacht hatten, sondern sich mit den verschiedenen fremden Völkern und Kulturen, die im portugiesischen Einflussbereich lebten, zu vermischen.

Als z.B. Vasco da Gama den Seeweg nach Indien entdeckte, wurde seinen Seemännern und Soldaten ausdrücklich vom König gestattet indische Frauen zu ehelichen.
Ziel dieser Kolonialpolitik war es auf lange Zeit eine multikulturelle und portugaltreue Bevölkerung in den einzelnen Kolonien zu haben, und somit zukünftig Kriege und Aufstände zu vermeiden, nach dem Motto:
Portugiesen kämpfen niemals gegen Portugiesen!

Aber erst im 20. Jahrhundert, unter dem Diktator António de Oliveira Salazar und seinem „Estado Novo“, bekam diese Art und Weise der portugiesischen Kolonialpolitik mit dem Begriff Lusotropikalismus auch einen Namen.

Unter Salazar wurden die Kolonien (port.. colónias) auch offiziell nicht mehr als solche tituliert, sondern sie wurden ab dem Jahr 1940 Überseeprovinzen (port.: Provincias ultramarinas) genannt.
Laut der Staatspolitik der damaligen Zeit, wurden die Bevölkerungen der einzelnen Überseegebiete, vergleichbar dem südafrikanischen Apartheidsystems, immer in drei Kategorien aufgeteilt, nämlich in

• Einheimische Bürger (port.: nativos)
• Assimilierte Bürger (port.: assimilados)
• Portugiesische Bürger(port.: cidadões portugueses)

Die größte Bevölkerungsgruppe bildete in allen Überseegebieten, sei es in Afrika oder Asien, immer mit über 95% die einheimische Urbevölkerung.

Ihnen folgten dann die Assimilierten, die immer nicht mehr als 3% oder 4% der kolonialen Bevölkerung ausmachten. Assimilierte waren Einheimische Bürger, die mit einem staatlich ausgestellten Dokument (port.: Documento de assimilação) nachweisen konnten, dass sie dem katholischen Glauben angehörten, monogam lebten, die portugiesische Sprache in Wort und Schrift beherrschten und, wenn sie Männer waren, bereits in der portugiesischen Armee gedient hatten.
Nur mit diesem Dokument wurde ihr Status als Assimilierte anerkannt!
Als Assimilierte hatten sie das Wahlrecht und jedes andere Bürgerrecht eines weißen Portugiesen.

Die kleinste Bevölkerungsgruppe in den Überseegebieten bildeten immer die Portugiesen selbst.
Ihr Anteil betrug nie mehr als 2% der kolonialen Bevölkerung.

Nach den Kolonialkriegen im Jahre 1974 und dem Ende des portugiesischen Imperiums, wurde der Begriff „Lusotropikalismus“ nur noch selten verwendet.
An seiner Stelle kam der Begriff „Lusophonie“ (port.: lusofonia) auf, mit dem bis zum heutigen Tag die portugiesischsprachige und portugiesischkulturelle Welt bezeichnet wird.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Luis Vaz de Camões


Lissabon und die Universitätsstadt Coimbra streiten sich darum, Geburtsort von Luís Vaz de Camões, den wohl bedeutendsten portugiesischen Dichter und Poet, zu sein.

Unklarheiten bestehen auch hinsichtlich des Geburtsdatums: 1524 oder 1525 kommt Camões zur Welt.
Er entstammt einer verarmten aber angesehenen portugiesischen Adelsfamilie.
Sein Vater befehligt im königlichen Auftrag ein Schiff.

Genauso wie sein Geburtsjahr und sein Geburtsort sind alle biographischen Angaben über Camões sehr spärlich und teilweise auch nicht gesichert, sondern eher typisch folklorisch angehaucht.
Nur sehr wenige Etappen in seinem Leben sind wirklich dokumentiert.

Väterlicherseits stammt Luís Vaz de Camões von Vasco Pires de Camões ab, einem galizischen Troubadoure der im Jahre 1370 nach Portugal zog um in die Dienste König Fernando I als Minnesänger zu treten.
Der König muss von dem Gesang und der Poesie des Urgroßvaters von Luís Vaz de Camões sehr angetan gewesen sein, denn es ist belegt, dass er ihn mit Ehren, Geld und Ländereien beschenkte.
Der Sohn von Vasco Pires de Camões, Antão Vaz de Camões, der Großvater des großen Dichters, diente dem König in der portugiesischen Marine als Soldat im Roten Meer. Er ehelichte Dona Guiomar da Gama, eine entfernte Verwandte des großen Vasco da Gama.
Aus dieser Ehe entstamme Luís de Camões Vater, Simão Vaz de Camões, der in der königlichen Handelsmarine seinen Dienst versah, und bis nach Guinea und Indien reiste.
Simão heiratete Ana de Sá e Macedo, eine aus Santarém stammende Adlige und beide hatten sie nur einen Sohn, Luís Vaz de Camões.

Man geht davon aus, dass er eine solide und für heutige Begriffe, klassische Erziehung mit Latein, Literatur und Geschichte hatte, wie sie wohl viele junge Männer aus adeligem Hause genossen.
Er soll ein undisziplinierter aber interessierter Schüler gewesen sein.
Wahrscheinlich hat er in Coimbra studiert, obwohl keine Universitätsunterlagen darüber existieren.
Fakt ist, das Camões alsbald zu den gebildesten Männern seiner Zeit gehörte.

Seine Familie ist zwar verarmt, aber dennoch adelig.
Ein Fakt das ihm nach dem Studium die Tatsache ermöglicht Zutritt bei Hofe zu finden und dort auf Bestellung Dramen und Gedichte zu schreiben.
Im wird alsbald eine turbulente und liederliche Lebensweise nachgesagt, mit Saufgelagen, Prügeleien, sowie zahlreichen Liebschaften mit jungen adeligen und nichtadeligen Damen.
Eine dieser Affären hat er mit Infantin Maria, der Schwester des Königs. Sie ist dann auch der Grund warum ihn König João III aus dem erlauchten Kreis des Hofstaats verbannt.

In der Hoffnung, dadurch früher rehabilitiert zu werden, meldet er sich freiwillig zum Militärdienst in Ceute. Hier verliert er bei einem Seegefecht mit den Mauren, nahe der Straße von Gibraltar, sein rechtes Auge.
Insgesamt bleibt er zwei Jahre in Nordafrika, bevor er wieder nach Portugal zurückkehrt.
Kaum in Lissabon angekommen fängt er wieder sein liederliches Leben an.

Am 15. Juni 1552, dem Fronleichnamtag, verstrickt er sich mit Gonçalo Borges, einem Lieblingsdiener des Königs, im Rossio in einen Streit. Bei diesem Streit verletzt er Gonçalo Borges mit dem Säbel schwer am Hals.
Er wird verhaftet und ins nahe Gefängnis Cadeia do Tronco, in die Rua das Portas de Santo Antão n.º 137, gebracht.
Dort verbleibt er für die nächsten neun Monate.

Nachdem König João III einer Bitte von Luís de Camões Mutter nachkommt, wird er am 07. März 1553 begnadigt, allerdings unter zwei Bedingungen:

1. er muss Gonçalo Borges einen Schadensersatz in Höhe von 4.000 Reis bezahlen und
2. er muss augenblicklich Portugal verlassen!

In dem Marineregister aus demselben Jahr findet sich unter der Liste „Gente de Guerra da Armada da India“ (dt.: „Kriegspersonal der Indischen Armada“) folgender Eintrag:

• „Luís de Camões, filho de Simão Vaz e Ana de Sá, moradores em Lisboa, na Mouraria; escudeiro, de 25 anos, barbirruivo, trouxe por fiador o seu pai; vai na nau São Bento, da frota de Fernão Álvares Cabral... entre os homens de armas.“

Was ins deutsche übersetzt so viel heißt wie:

• „Luís de Camões, Sohn des Simão Vaz und der Ana de Sá, wohnhaft in Lissabon, im Stadtteil Mouraria; Schildknappe, 25 Jahre alt, rotbärtig, bringt als Bürge seinen Vater mit; reist auf dem Kriegsschiff São Bento, in der Flotte von Fernão Álvares Cabral... mit den Männern die unter Waffen stehen.“

Mit diesem Eintrag im Marineregister ist eindeutig belegt das Luís de Camões schon am 24. März 1553, 17 Tage nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, nach Indien reist.
Zunächst wird er nach Goa geschickt, wo er 1554 zuerst unter Vizekönig Afonso de Noronha und ein Jahr später unter dem neuen Vizekönig Pedro Mascarenhas seinen Dienst verrichtet.
Aber auch hier in Goa fällt er in Ungnade und so geht seine Reise nach kurzer Zeit weiter, diesmal nach Macau.

Er dient dem neuen Vizekönig Francisco Coutinho ab 1562 in Macau, das zur damaligen Zeit nichts weiter als ein verlassener Handelsplatz war, als „Versorger der Toten und Vermissten in China“ (port.: „Provedor-mor dos Defuntos e Ausentes para a China“), eine nicht sehr anspruchsvolle Aufgabe, die ihm aber genügend Zeit lässt, sich seinen Dichtungen zu widmen.

Hier in Macau, in einer Felsengrotte die heute nach ihm benannt ist, schreibt er hauptsächlich sein großes episches Werk „Die Lusiaden“ (port.: „Os Lusíadas“ – nach Lusus, dem sagenhaften Stammvater der Portugiesen“).
In dem Epos „Os Lusíadas“ schildert der Dichter auf homerischer Art und Weise, mit Anklängen an die Odyssee, an Mythen und Götter, die Entdeckung des Seewegs und die Reise nach Indien durch den portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama.

Auf einer Reise nach Goa, wohin er befohlen wird, erleidet sein Schiff, unweit des Mündungsdeltas des Mekong, Schiffbruch und er kann nur sich und sein Manuskript retten.
In Goa angekommen wird er festgenommen, da man ihm vorwirft Gelder der Verstorbenen, die er eigentlich für die Erben verwalten sollte, veruntreut zu haben.
Nur der neue Vizekönig Antão de Noronha, ein Freund aus der Zeit als Camões noch in Marokko stationiert war, kann ihn vor einer längeren Haftzeit bewahren.

Die letzten Jahre in Asien verbringt er mit schreiben und, für seine Verhältnisse, mit einem recht geordneten Leben.
Erst am 07. April 1570 kehrt Camões, über Moçambique, auf dem Handelsschiff Santa Clara nach Lissabon zurück.

Hier beendet er „Os Lusíadas“ und nach dem er sein Werk vor dem neuen König Sebastião I rezitiert hat, gibt dieser ihm im März 1572 die Erlaubnis die Gedichte zu veröffentlichen.
Der König gesteht Camões, „als Anerkennung für die geleisteten Dienste für die Krone in Indien“, die stolze Summe von 15.000 Reis als Pension, ein.
Wenn man bedenkt, dass zur damaligen Zeit die Hofdamen des Königs jeweils nur 10.000 Reis erhielten, dann ist die Pension für einen alten Soldaten mehr als anständig.
Allerdings sollen die Zahlungen immer sehr unregelmäßig gewesen sein, was Camões, der sich an eine gewisse Lebensstandart gewöhnt hatte, in eine schwere finanzielle Krise stürzte.

Die letzten Jahre seines Lebens verbringt er in völliger Armut in einem Zimmer, unweit der Kirche Igreja Santa Ana.
Nach überlieferten Berichten hatte er äußerste Mühen über die Runden zu kommen.

Mit Bitterkeit erlebt er noch die portugiesische Niederlage im marokkanischen Alcácer-Quibir mit, wo mit dem Tod König Sebastiãos I am 27. August 1578 das Königreich Portugal seine Souveränität an Spanien praktisch verliert.

Im Mai 1580 erkrankt er an der Pest, an der er auch am 10. Juni stirbt.
In einem Massengrab wird er am darauf folgenden Tag, unweit der Kirche Igreja Santa Ana, verscharrt.

Nach dem großen Erbeben im Jahre 1755 wird alles daran gesetzt die sterblichen Überreste von Luís Vaz de Camões wieder zu finden. Aber die Suche scheitert kläglich, und somit sind die Gebeine, die 1880 im imposanten Grab im Hieronymuskloster (port.: Mosteiro dos Jirónimos) zu Lissabon beigelegt wurden sicherlich die Gebeine eines anderen Mannes, aber nicht die von Camões!

Wie so viele seiner Dichterkollegen, so erlebt auch Luís Vaz de Camões nicht mehr den Erfolg den er sich zu Lebzeiten immer so gewünscht hatte.
Über drei zentrale Themen handeln ausnahmslos alle Gedichte, Lieder, Oden, Komödien und Sonetten die Camões zu Papier gebracht hat.
Diese Themen sind die portugiesische Nation, die Liebe und die Frauen.
Erst nach seinem Tod erkennt man den unschätzbaren und stilistischen Wert seiner Werke an – eine Anerkennung die bis zum heutigen Tag andauert!
Eine deutsche Übersetzung von Camões Hauptwerk „Os Lusíadas“ fand erst im Jahre 1808 statt.

Nach der Nelkenrevolution im Jahre 1974 wurde der Portugiesische Nationalfeiertag, der jedes Jahr auf den 10. Juni fällt, zufällig dem Todestag von Camões, in „Dia de Portugal, de Camões e das Comunidades Portuguesas“ (dt.: „Tag von Portugal, von Camões und den Portugiesischen Gemeinden“) umbenannt.

Im Jahre 1992 wurde der Name des Portugiesische Sprachen- und Kulturinstitut (port.: „Instituto de Língua e Cultura Portuguesa“), vergleichbar mit dem Deutschen Goethe-Institut, ihm zu Ehren in „Instituto de Camões“ geändert.
Außerdem trägt der renommierteste portugiesische Literaturpreis, der „Prémio Camões“, seit 1989 seinen Namen.

Wer „Die Lusiaden“ noch nicht kennt oder die Originalfassung auf Portugiesisch nicht lesen kann, dem empfehle ich die sehr lobenswerte deutsche Übersetzung von Hans-Joachim Schaeffers, die im Jahre 2008 im „Elfenbein Verlag“ erschienen ist.

Mittwoch, 24. August 2011

Brás Cubas


Im Dezember 1507, das genauere Datum ist nicht bekannt, wurde in der portugiesischen Stadt Porto den Edelleuten João Pires Cubas und Isabel Nunes ein Sohn geboren, welches sie auf den alten portugiesischen Namen Brás tauften.

Nachdem er die seinerzeit übliche Erziehung eines jungen Mannes aus gutem Hause genossen hatte, heuerte er 1531, im Alter von 24 Jahren, beim Seefahrer Martim Afonso de Sousa an, und begleitete diesen auf seiner damaligen Expedition nach Brasilien, in die heutige Region der Stadt Santos im Bundesstaat São Paulo.

Er erhielt von Martim Afonso de Sousa, dem Begründer der Stadt São Vicente, Ländereien (port.: sesmarias) auf der Insel gleichen Namens, um diese landwirtschaftlich zu bearbeiten.
Brás Cubas ließ Zuckerrohr auf riesigen Plantagen anbauen, und widmete sich fortan der Zuckerproduktion. Man kann sagen, dass er der erste Landwirt der neuen Welt war.
Mit der Zeit wurde er der größte Grundbesitzer der „Baixa Santista“, einer Region die heute einen großen Teil des Gebietes um die Stadt Santos ausmacht, von São Paulo bis nach Guarujá.

Er gründete, unweit der Stadt São Vicente, einen Hafen, eine Kapelle und 1543 ein Krankenhaus, das den Namen Santa Casa de Miséricordia de Todos-os-Santos erhielt und das heute das älteste Krankenhaus Amerikas ist.
All diese Bauten waren die Keimzelle der heutigen Stadt Santos und Brás Cubas gilt somit als Begründer der Stadt.

1545 wurde er zum Capitão-mor (dt.: Hauptkapitän) von São Vicente ernannt, was dem heutigen Posten eines Bürgermeisters gleichkommt.
Sechs Jahre später, 1551, machte ihn König João III zum Vorsteher und Zahlmeister der Region.
Auf seine Anweisung hin wurde im Jahre 1552 mit dem Bau der Festung Forte de São Filipe auf der benachbarten Insel Santo Amaro begonnen.
Brás Cubas wurde mit den Jahren einer der einflussreichsten, wenn nicht gar der einflussreichste Bürger, von Santos.

Im Jahre 1580 annektierte Spanien das portugiesische Königreich. König Filipe I tauschte im ganzen Reich die Verwaltungsangestellten und Beamten durch Leute seines Vertrauens aus.
Auch in der Region São Vicente musste Brás Cubas von seiner Rolle als Capitão-mor (dt.: Hauptkapitän) zurücktreten und sich auf seine Plantage zurückziehen.
Der Posten des Capitão-mor blieb aber in der Familie.
Sein Sohn Pedro Cubas wurde sein Nachfolger.

Brás Cubas starb im Jahre 1592 in Santos, der Stadt die er gründete und die er so sehr liebte.
Genauso wie sein Geburtsdatum, so ist auch sein genauerer Todestag für immer ein Geheimnis der Geschichte geblieben.

Samstag, 9. Oktober 2010

Jean Nicot


“Rauchen schadet ihrer Gesundheit!” – so lautet einer der wohl bekanntesten Antiraucherslogans unserer Zeit.
Das Rauchen, der Tabak, das Nikotin, dies sind alles Dinge auf die heute keiner mehr so recht stolz ist.
Im Gegenteil, wir leben heute in einer Zeit in der es verpönt ist Raucher zu sein.
Das war aber nicht immer so.

Vor etwas mehr als 500 Jahren, wir schreiben das Jahr 1533, bringt der Seefahrer Martim Afonso de Sousa einige Tabakpflanzen (port.: tabaco / lat.: Nicotiana) aus dem vor kurzem entdeckten Brasilien mit nach Europa, die sofort Dank der klimatischen Bedingungen Portugals, in den Gärten des königlichen Hofes von João III und in den Gartenanlagen der portugiesischen Fürsten prächtig gedeihen.
Die Spanier hatten durch Christoph Kolumbus (port.: Cristóvão Colombo) schon Jahre zuvor mit dem Tabak Bekanntschaft gemacht, benutzten die Pflanze aber zuerst lediglich als Zierpflanze in ihren Gärten.

Die Portugiesen, unter besagtem Martim Afonso de Sousa, hatten aber von den heilenden Eigenschaften, die die südamerikanischen Ureinwohner dem Tabak zuschrieben, gehört und brachten dieses nach Europa um es besser zu erforschen.
Es ist überliefert, dass bereits im Jahr 1543 ein Universitätsprofessor aus Coimbra den Tabak wegen seiner Heilkraft empfahl. Eine bereits im Jahre 1545 erschienene Schrift beschreibt eine Vielzahl von Krankheiten, die mit Hilfe des Tabaks geheilt werden könnten.

Im Jahre 1559 wird der 29jähriger französischer Diplomat und Gesandter Jean Nicot an den Hof des jungen portugiesischen Königs Sebastião abberufen, um hier die französische Krone als Botschafter zu repräsentieren.

Der französische Botschafter, der gleichzeitig ein Freizeitbotaniker war und dessen Namen zu seiner Zeit völlig unbekannt war und den heute jeder kennt, freundete sich mit dem berühmten Botaniker Damião de Góis an, und durch ihn lernte er viele Pflanzen kennen, darunter auch die Tabakpflanze.
Ihre Heilkraft interessierte ihn.
Monsieur Nicot führte in Lissabon einige Versuche durch, sogar einige Selbstversuche, und diese überzeugten ihn von der Heilkraft des Tabaks.

1561 schickte Jean Nicot einige Tabaksamen an den französischen Hof.
Schnell verbreitete sich der Tabak in den höheren Kreisen Frankreichs.
Um 1566 benutzte Königin Katharina von Medici Tabak, wie von Nicot geraten, als Schnupfpulver gegen die Kopfschmerzen ihres Sohnes Karl IX. Das Ergebnis war, das der französische König Karl IX seine andauernden Migräneanfälle loswurde.
Die Kunde von der heilenden Wirkung des Tabaks verbreitete sich in den hohen französischen Kreisen, und die Tabakpflanze wurde fortan „Catharinaire“ oder „Herba Prioris“ genannt.

Bereits 1570 benannte der Botaniker Charles Etienne die Pflanze Nicotiana.
Der schwedische Botaniker Carl von Linné nannte sie in seinem 1737 erschienenen Buch Genera plantarum schließlich dann auch Nicotiana tabacum.
Nachdem hier in Portugal der Wirkstoff des Tabaks seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bereits nicotina (dt.: Nikotin), nach Jean Nicot, genannt wurde, wurde es erst 1828 offiziell unter diesem Namen weltweit bekannt.

Heute noch, wird in Portugal Tabak angebaut, und zwar auf der Azoreninsel São Miguel.

Wie wir sehen, haben sich im Laufe der Jahrhunderte der Konsum und die Einstellung zum Tabak stark verändert.
Was früher als Wundermittel galt, ist heute als gesundheitsschädigend verschrien und verpönt.

„Rauchen schadet ihrer Gesundheit“ – was hätte wohl Jean Nicot von diesem Slogan gehalten?

Samstag, 29. August 2009

Von Hunden die nur deutsch verstehen


Diese Woche hat die portugiesische Flughafenpolizei fünf Hunde aus Deutschland erhalten.
Bei diesen fünf Vierbeinern handelt es sich um Hunde der Rassen deutscher Schäferhund, Rottweiler und Labrador.
Sie sollen als so genannte Drogenhunde im „Aeroporto da Portela de Sacavém“, dem Internationalen Flughafen von Lissabon, eingesetzt werden.

Das besondere an diesen Hunden ist, dass sie in einer deutschen Polizeiwachhundeschule ausgebildet wurden, und deshalb nur deutsche Kommandos verstehen.
Deshalb wird auch für kurze Zeit, mit den Hunden, gleichzeitig ein „Dolmetscher“ eingestellt, der den Beamten der Lissabonner Flughafenpolizei die richtigen Kommandos beibringt, so dass sie diese an die Hunde weitergeben können.

Warum man sich hier in Portugal Drogensuchhunde ausgerechnet aus Deutschland holen muss, und warum die Hunde in Deutschland, wenn schon bei der Ausbildung fest stand, das sie nach Portugal geschickt werden, ausschließlich mit deutschen Kommandos trainiert worden sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Aber diese Geschichte erinnerte mich sofort an eine andere geschichtliche Begebenheit, welches sich vor gut 500 Jahren, im nahen Madrid, ereignet haben soll.

Damals empfing der deutsche Kaiser Karl V, der als Carlos II auch spanischer König war, den portugiesischen Botschafter António Carneiro am Madrider Hof.
Carneiro kam 1525 als Botschafter des portugiesischen Königs João III nach Spanien.

König Carlos II war dafür bekannt, das er mehrere Sprachen fließend sprach, unter anderem deutsch und spanisch, seine „Muttersprachen“ und englisch, französisch, italienisch und portugiesisch.

Bei einer Audienz, die Carlos II dem portugiesischen Botschafter gewährte, unterhielt sich der König mit seinen Jagdhunden auf Deutsch, während er sich gleichzeitig mit dem Botschafter auf Portugiesisch unterhielt.
António Carneiro bewunderte den König und Kaiser für seine Sprachbegabung, woraufhin Carlos II, fast wie beiläufig, meinte:

„Ach Carneiro, mit Euch rede ich Portugiesisch, mit Gott rede ich Spanisch, mit meiner Frau Italienisch, Französisch mit dem Personal und Deutsch mit meinem Pferd und meinen Hunden. Was ist schon dabei?!?“

Damals wie heute sollte man sich hier im Süden Europas wohl mal endlich angewöhnen portugiesisch mit den Hunden zu sprechen.
Sie würden es verstehen!