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Samstag, 9. Juli 2011

Sommerkino im Garten des Goethe-Instituts


Gestern begann im Garten des Goethe-Institus, der im Campo dos Mártires da Pátria n° 37 liegt, genau neben der Deutschen Botschaft, dass diesjährige Sommerkinoevent.
Mit dem Roadmovie „Im Juli“, einem Werk des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin, begann gestern der Zyklus.
Am 15. Juli 2011 folgt dann der Film „Ein Freund von mir“ und eine Woche darauf, am 22. Juli, endet das diesjährige Sommerkinoprogramm mit dem Film „Sommer vorm Balkon“, einem Streifen von Andreas Dresen.

Der Eintritt des Sommerkinoevents ist frei!
Außer guten Filmen kann man auch coole Livejazzkonzerte, die parallel zu den Kinovorführungen laufen, hören.
Die Kinoabende beginnen, an den von mir angegebenen Tagen, immer um 19:30 Uhr.

Samstag, 25. September 2010

O zapft is…


Nicht nur in München hat das diesjährige Oktoberfest begonnen. Nein auch hier in Lissabon hat an diesem Donnerstag das wohl typischste deutsche Volksfest angefangen.

Vom 23. – 26. September wird es auf dem Campo Mártires da Pátria, im Lissabonner Stadtteil Pena (port.: Freguesia da Pena), genau vor der Deutschen Botschaft und dem Goethe-Institut, wieder nach leckerer Bratwurst riechen und frisch angezapftes Bier ausgeschenkt werden.
Das diesjährige Motto des Oktoberfestes lautet: „München in Lissabon 2010“ (port.: „Munique em Lisboa 2010“.

Dies ist bereits das vierte Jahr, das die Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer, das Goethe-Institut und das Lissabonner Rathaus, gemeinsam dieses Event veranstalten.
In den letzten drei Jahren fand das Oktoberfest in den Gärten des Goethe-Instituts statt.
Doch von Jahr zu Jahr wurden die Besucher mehr, und so entschloss man sich, mit tatkräftiger Unterstützung des Rathauses von Lissabon, das diesjährige Fest auf dem Park vor der Botschaft stattfinden zu lassen.

Zwar steckt das Lissabonner Oktoberfest mit vier Jahren noch in den Kinderschuhen, aber von Jahr zu Jahr wird das Volksfest geselliger.

Seit dem ersten Fest vor vier Jahren, wird auf dem Oktoberfest für die SOS-Kinderdörfer in Portugal gesammelt.
Und so wird es auch dieses Jahr sein.
Der Erlös der Einnahmen wird, fast ausschließlich, den SOS-Kinderdörfern und ihren kleinen Bewohnern zu gute kommen.

Ein anderes Ziel der Veranstalter dieses Volksfestes ist es, Deutsche, Portugiesen und Touristen aus aller Welt, hier in Lissabon zusammen zu bringen.
Die deutschen Traditionen, die deutsche Volksmusik, das leckere deutsche Bier, das gute deutsche Essen und die deutsche „Gemütlichkeit“ sollen den Portugiesen und den anderen Völkern, die in Portugal leben, näher gebracht werden.

Laut des Goethe-Instituts wird das Festprogramm wie folgt lauten:

Donnerstag, 23. September / von 19 Uhr bis 24 Uhr

- „O zapft is“ Anstich des ersten Bierfasses durch den Bürgermeister des Stadtteils Pena, Senhor Joaquim Lopes Ramos, in Anwesenheit von Vertretern der Stadtverwaltungen von Lissabon und München, sowie Vertretern der Deutschen Botschaft.
- Deutsche Volksmusik wird gespielt und Deutsches Essen und Bier werden gereicht
- Tombola (port.: sorteio)

Freitag, 24. September / von 17 Uhr bis 24 Uhr

- Zu deutscher Volks- und Blasmusik kann man frisch gezapftes Bier trinken und bayrische Spezialitäten zu sich nehmen
- Tombola

Samstag, 25. September / von 11 Uhr bis 24 Uhr

- Familientag auf dem Oktoberfest. Verschiedene Spiele und Veranstaltungen für die Kleinen und die Großen. Großes Familienprogramm
- Deutsches Essen und Trinken
- Tombola

Sonntag, 26. September / von 11 Uhr bis 16 Uhr

- Zum letzten Mal hat man heute die Gelegenheit ein Maß Bier zu trinken und seine Bratwurst oder sein Leberkäs mit Sauerkraut zu genießen
- Abschlusszeremonie und Beendigung des diesjährigen Oktoberfestes
- Tombola

Wer noch mehr Informationen über das Oktoberfest haben will, hier noch zwei Adressen an die man sich wenden kann:

Jovens Empresários e Gestores da
Câmara de Comércio e Indústria Luso-Alemã
Herr Martin Stadter
TM: 917 871 571
E-Mail: martin.stadter@spacecreation.biz
Offizielle Seite im Internet: www.oktoberfest-lisboa.com

Câmara de Comércio e Indústria Luso-Alemã
Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer
Herr Guido Radel
Tel.: 213 211 200
E-Mail: guido-radel@ccila-portugal.com
Offizielle Seite im Internet: www.ccila-portugal.com

Dienstag, 18. August 2009

Wer waren die Märtyrer des Vaterlandes?


Einer meiner Lieblingsorte in Lissabon ist der „Campo dos Mártires da Pátria“, dessen Name auf deutsch „Platz der Märtyrer des Vaterlandes“ lautet.

Er liegt ziemlich zentral, im Stadtteil Pena, hat einen wunderschönen Park mit Freilaufenden Enten, Hühnern, Pfauen und Gänsen und heute befindet sich an ihm die Medizinischen Fakultät der Neuen Universität Lissabon (port.: Faculdade de Ciências Médicas da Universidade Nova de Lisboa), das Denkmal für den Arzt Dr. Sousa Martins und das Gebäude der Deutschen Botschaft (port.: Embaixada da República Federal da Alemanha), welches auch das Goetheinstitut beherbergt und indem einst Kaiser Wilhelm II residierte, als er Anfang des 20. Jahrhunderts Portugal einen Staatsbesuch machte.

Als Kind habe ich mich oft gefragt, wer denn die Märtyrer des Vaterlandes waren.
Später, als ich dann wusste wer die Märtyrer waren, hatte dieser drei Hektar große Platz für mich etwas sehr Mystisches an sich.
Und diese Mystik ist bis heute geblieben!

Schlägt man im Duden nach dem Wort „Märtyerer“ nach, dann kann man dort lesen, dass ein Märtyrer „ein Mensch ist, der wegen seiner religiösen, persönlichen oder politischen Meinung sehr große Opfer bringen musste, und aufgrund seiner Überzeugung dann oftmals auch sein Leben lassen musste“.
Die Märtyrer, denen dieser Platz mitten in Lissabon seinen Namen verdankt, mussten tatsächlich viel erleiden, bevor sie an einem kalten Oktobertag hier erhängt wurden.
Kein Denkmal, keine Gedenktafel erinnert heute an die Namen dieser Männer.

Bevor dieser Platz seinen heutigen Namen erhielt, kannten ihn die Lissabonner unter dem Namen „Campo de Santana“.
Überhaupt, nennen viele Lissabonner auch heute den „Campo dos Mártires da Pátria“ einfach „Campo de Santana“ (darunter auch meine eigene Mutter, die in der Nähe dieses Platzes vor 67 Jahren das Licht der Welt erblickte), obwohl er seit über 125 Jahren diesen Namen gar nicht mehr trägt.

Das liegt wohl daran, dass der Lissabonner an sich, nur äußerst ungern Namensänderungen in seiner Stadt akzeptiert. Aber dazu mehr in einem folgenden post.

Dieser geschichtsträchtige Platz hat schon vieles gesehen.
Er war, als er noch der Campo de Santana war, ein ländliches Fleckchen, mitten in der Stadt, umrahmt von Olivenbäumen.
An seiner Ostseite befand sich hier im 16. Jahrhundert der Schlachthof der Stadt. Später dann stand in seiner Mitte eine Stierkampfarena, die man 1891 abriss, um ein Jahr später die heute noch existierende Arena am Campo Pequeno einzuweihen.
Und im 19. Jahrhunderts fand hier immer der Lissabonner Flohmarkt „Feira da Ladra“ statt, bevor dieser in den heutigen „Campo de Santa Clara“ umzog.

Campo dos Mártires da Pátria heißt der Campo de Santana erst seit 1879, zum Gedenken an General Andrade und seine elf Anhänger, die sich gegen die Willkür des englischen Generals Beresford zur Wehr setzten, und hier am 18. Oktober 1817, nach langer Folter, den Tod durch den Strick fanden.

General Beresford herrschte, seit der Flucht der königlichen Familie Portugals vor den Truppen Napoleons nach Brasilien im Jahre 1807, brutal und diktatorisch über Portugal.
Portugal konnte damals nur mit englischer Hilfe weitere französische Invasionen abwehren, was sich die Briten teuer bezahlen ließen.
Dieser Diktatur wollten sich der portugiesische General Gomes Freire de Andrade (1757-1817) und seine elf Mitverschwörer widersetzen.
Sie hatten sich das Gedankengut der französischen Revolution zu Eigen gemacht, und versuchten den in absolutistischer Manier regierenden General Beresford weg zu putschen.

Ihre Revolte gegen die Briten wurde aber verraten und aufgedeckt, und alle zwölf Verschwörer wurden dann zum Tode verurteilt.
Zehn von ihnen wurden auf dem besagten Campo dos Mártires da Pátria hingerichtet.
Gomes Freire de Andrade selbst fand in der Festung „Forte de São Julião da Barra“, im Lissabonner Vorort Oeiras, den Tod durch den Strang.

Es wird berichtet, dass in den Morgenstunden des 18. Oktobers 1817, als diese Männer zum Hinrichtungsplatz am Campo Santana geführt wurden, die Anwohner des Platzes demonstrativ ihre Fensterläden und Türen verschlossen, um der Hinrichtung nicht beiwohnen zu müssen.
An der Hinrichtung selbst nahmen außer einigen britischen Schaulustigen keine Bürger der Stadt teil.

Einer der Verschwörer, der preußische Offizier Friedrich Christian Freiherr von Eben und Brunnen wurde damals, wohl aus Mangel an Beweisen, begnadigt und dann des Landes verwiesen.
Nichtsdestotrotz gilt Barão de Eben, wie er hierzulande genannt wird, heute noch als einer der zwölf Märtyrer der liberalen Bewegung in Portugal.

Die zwölf Märtyrer des Vaterlandes waren:

- General Gomes Freire de Andrade e Castro
- Oberst Coronel Veríssimo Ferreira da Costa
- Hauptmann Capitão José Dionísio Serra
- António Furtado Lemos
- Hauptmann Capitão Pedro Figueiró
- Hauptmann Capitão Cipriano Lopes Andrade
- José Campelo de Miranda
- Manuel Inácio Figueiredo
- der Abt von Carrazedo
- der Architekt Francisco Sousa
- Oberst Coronel Manuel Monteiro e Carvalho
- Friedrich Christian Freiherr von Eben und Brunnen


Mit diesem post, hier in meinem Blog, möchte ich nun diesen zwölf Männern ein virtuelles Denkmal, eine virtuelle Gedenktafel, setzen!
Ich hoffe dies ist mir gelungen.