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Samstag, 9. Oktober 2010

Jean Nicot


“Rauchen schadet ihrer Gesundheit!” – so lautet einer der wohl bekanntesten Antiraucherslogans unserer Zeit.
Das Rauchen, der Tabak, das Nikotin, dies sind alles Dinge auf die heute keiner mehr so recht stolz ist.
Im Gegenteil, wir leben heute in einer Zeit in der es verpönt ist Raucher zu sein.
Das war aber nicht immer so.

Vor etwas mehr als 500 Jahren, wir schreiben das Jahr 1533, bringt der Seefahrer Martim Afonso de Sousa einige Tabakpflanzen (port.: tabaco / lat.: Nicotiana) aus dem vor kurzem entdeckten Brasilien mit nach Europa, die sofort Dank der klimatischen Bedingungen Portugals, in den Gärten des königlichen Hofes von João III und in den Gartenanlagen der portugiesischen Fürsten prächtig gedeihen.
Die Spanier hatten durch Christoph Kolumbus (port.: Cristóvão Colombo) schon Jahre zuvor mit dem Tabak Bekanntschaft gemacht, benutzten die Pflanze aber zuerst lediglich als Zierpflanze in ihren Gärten.

Die Portugiesen, unter besagtem Martim Afonso de Sousa, hatten aber von den heilenden Eigenschaften, die die südamerikanischen Ureinwohner dem Tabak zuschrieben, gehört und brachten dieses nach Europa um es besser zu erforschen.
Es ist überliefert, dass bereits im Jahr 1543 ein Universitätsprofessor aus Coimbra den Tabak wegen seiner Heilkraft empfahl. Eine bereits im Jahre 1545 erschienene Schrift beschreibt eine Vielzahl von Krankheiten, die mit Hilfe des Tabaks geheilt werden könnten.

Im Jahre 1559 wird der 29jähriger französischer Diplomat und Gesandter Jean Nicot an den Hof des jungen portugiesischen Königs Sebastião abberufen, um hier die französische Krone als Botschafter zu repräsentieren.

Der französische Botschafter, der gleichzeitig ein Freizeitbotaniker war und dessen Namen zu seiner Zeit völlig unbekannt war und den heute jeder kennt, freundete sich mit dem berühmten Botaniker Damião de Góis an, und durch ihn lernte er viele Pflanzen kennen, darunter auch die Tabakpflanze.
Ihre Heilkraft interessierte ihn.
Monsieur Nicot führte in Lissabon einige Versuche durch, sogar einige Selbstversuche, und diese überzeugten ihn von der Heilkraft des Tabaks.

1561 schickte Jean Nicot einige Tabaksamen an den französischen Hof.
Schnell verbreitete sich der Tabak in den höheren Kreisen Frankreichs.
Um 1566 benutzte Königin Katharina von Medici Tabak, wie von Nicot geraten, als Schnupfpulver gegen die Kopfschmerzen ihres Sohnes Karl IX. Das Ergebnis war, das der französische König Karl IX seine andauernden Migräneanfälle loswurde.
Die Kunde von der heilenden Wirkung des Tabaks verbreitete sich in den hohen französischen Kreisen, und die Tabakpflanze wurde fortan „Catharinaire“ oder „Herba Prioris“ genannt.

Bereits 1570 benannte der Botaniker Charles Etienne die Pflanze Nicotiana.
Der schwedische Botaniker Carl von Linné nannte sie in seinem 1737 erschienenen Buch Genera plantarum schließlich dann auch Nicotiana tabacum.
Nachdem hier in Portugal der Wirkstoff des Tabaks seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bereits nicotina (dt.: Nikotin), nach Jean Nicot, genannt wurde, wurde es erst 1828 offiziell unter diesem Namen weltweit bekannt.

Heute noch, wird in Portugal Tabak angebaut, und zwar auf der Azoreninsel São Miguel.

Wie wir sehen, haben sich im Laufe der Jahrhunderte der Konsum und die Einstellung zum Tabak stark verändert.
Was früher als Wundermittel galt, ist heute als gesundheitsschädigend verschrien und verpönt.

„Rauchen schadet ihrer Gesundheit“ – was hätte wohl Jean Nicot von diesem Slogan gehalten?

Dienstag, 8. September 2009

Die Azoreninsel Santa Maria




Santa Maria versteht es ihre Besucher in den Bann zu ziehen:
mit steilen Weinterrassen, die wie die Treppe eines Riesen aussehen, mit schlanken, weißen Schornsteinen, die an die ersten Siedler aus der Algarve erinnern, mit der Hauptstadt Vila do Porto und dem kleinen Ort Anjos, in dem Christoph Kolumbus (Cristóvão Colombo), nach der Rückkehr von seiner ersten Fahrt nach Amerika, betete.

Vom geologischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Ilha de Santa Maria die älteste Insel der Azoren.
Von den neun Inseln ist sie die einzige, die nicht vulkanischen Ursprungs ist, sondern aus Sedimentgestein besteht.
Aus diesem Grund blieb Santa Maria über die Jahrhunderte hinweg auch von schweren Erdbeben verschont, im Gegensatz zu den anderen Inseln.
Mit 97 km² ist Santa Maria die südlichste und drittkleinste Insel des Archipels. Sie gehört, wie die Insel São Miguel, zur Östlichen Azorengruppe (Grupo Oriental).

Im Jahre 1427 von dem Seefahrer und Entdecker Diogo de Silves entdeckt, wurde sie 1439 von dem Seefahrer und Siedler Gonçalo Velho Cabral, an Maria Himmelfahrt, Santa Maria genannt.

Santa Maria hat schätzungsweise 6.000 Einwohner, die hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang leben und daneben noch das traditionelle Töpferhandwerk pflegen.
Die Hauptstadt ist Vila do Porto mit knapp 5.500 Einwohnern.
Somit leben in der Hauptstadt über 90% der Bevölkerung der Insel.

Santa Maria besitzt einen Flughafen, der manchen Großstadtflughafen vor Neid erblassen lässt.
Er wurde während des zweiten Weltkrieges von den Amerikanern gebaut, wurde aber vor dem Ende des selbigen nicht fertig, und war somit danach für die amerikanischen Streitkräfte zwecklos.
Portugal baute den Flughafen, der eine 3km lange Start- und Landebahn besitzt, zu einem Zivilflughafen für die Transatlantikflüge aus.
Nachdem mittlerweile jedoch fast alle Flugzeuge ohne Zwischenlandung den Atlantik überqueren, ist es still geworden um den Airport Santa Cruz.
Er wird heutzutage ein Mal am Tag, von einer Maschine aus Lissabon, angeflogen.

Santa Maria ist bekannt dafür, dass sie die schönsten Strände und die meisten Sonnenstunden der Azoren vorweisen kann.