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Samstag, 25. September 2010

O zapft is…


Nicht nur in München hat das diesjährige Oktoberfest begonnen. Nein auch hier in Lissabon hat an diesem Donnerstag das wohl typischste deutsche Volksfest angefangen.

Vom 23. – 26. September wird es auf dem Campo Mártires da Pátria, im Lissabonner Stadtteil Pena (port.: Freguesia da Pena), genau vor der Deutschen Botschaft und dem Goethe-Institut, wieder nach leckerer Bratwurst riechen und frisch angezapftes Bier ausgeschenkt werden.
Das diesjährige Motto des Oktoberfestes lautet: „München in Lissabon 2010“ (port.: „Munique em Lisboa 2010“.

Dies ist bereits das vierte Jahr, das die Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer, das Goethe-Institut und das Lissabonner Rathaus, gemeinsam dieses Event veranstalten.
In den letzten drei Jahren fand das Oktoberfest in den Gärten des Goethe-Instituts statt.
Doch von Jahr zu Jahr wurden die Besucher mehr, und so entschloss man sich, mit tatkräftiger Unterstützung des Rathauses von Lissabon, das diesjährige Fest auf dem Park vor der Botschaft stattfinden zu lassen.

Zwar steckt das Lissabonner Oktoberfest mit vier Jahren noch in den Kinderschuhen, aber von Jahr zu Jahr wird das Volksfest geselliger.

Seit dem ersten Fest vor vier Jahren, wird auf dem Oktoberfest für die SOS-Kinderdörfer in Portugal gesammelt.
Und so wird es auch dieses Jahr sein.
Der Erlös der Einnahmen wird, fast ausschließlich, den SOS-Kinderdörfern und ihren kleinen Bewohnern zu gute kommen.

Ein anderes Ziel der Veranstalter dieses Volksfestes ist es, Deutsche, Portugiesen und Touristen aus aller Welt, hier in Lissabon zusammen zu bringen.
Die deutschen Traditionen, die deutsche Volksmusik, das leckere deutsche Bier, das gute deutsche Essen und die deutsche „Gemütlichkeit“ sollen den Portugiesen und den anderen Völkern, die in Portugal leben, näher gebracht werden.

Laut des Goethe-Instituts wird das Festprogramm wie folgt lauten:

Donnerstag, 23. September / von 19 Uhr bis 24 Uhr

- „O zapft is“ Anstich des ersten Bierfasses durch den Bürgermeister des Stadtteils Pena, Senhor Joaquim Lopes Ramos, in Anwesenheit von Vertretern der Stadtverwaltungen von Lissabon und München, sowie Vertretern der Deutschen Botschaft.
- Deutsche Volksmusik wird gespielt und Deutsches Essen und Bier werden gereicht
- Tombola (port.: sorteio)

Freitag, 24. September / von 17 Uhr bis 24 Uhr

- Zu deutscher Volks- und Blasmusik kann man frisch gezapftes Bier trinken und bayrische Spezialitäten zu sich nehmen
- Tombola

Samstag, 25. September / von 11 Uhr bis 24 Uhr

- Familientag auf dem Oktoberfest. Verschiedene Spiele und Veranstaltungen für die Kleinen und die Großen. Großes Familienprogramm
- Deutsches Essen und Trinken
- Tombola

Sonntag, 26. September / von 11 Uhr bis 16 Uhr

- Zum letzten Mal hat man heute die Gelegenheit ein Maß Bier zu trinken und seine Bratwurst oder sein Leberkäs mit Sauerkraut zu genießen
- Abschlusszeremonie und Beendigung des diesjährigen Oktoberfestes
- Tombola

Wer noch mehr Informationen über das Oktoberfest haben will, hier noch zwei Adressen an die man sich wenden kann:

Jovens Empresários e Gestores da
Câmara de Comércio e Indústria Luso-Alemã
Herr Martin Stadter
TM: 917 871 571
E-Mail: martin.stadter@spacecreation.biz
Offizielle Seite im Internet: www.oktoberfest-lisboa.com

Câmara de Comércio e Indústria Luso-Alemã
Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer
Herr Guido Radel
Tel.: 213 211 200
E-Mail: guido-radel@ccila-portugal.com
Offizielle Seite im Internet: www.ccila-portugal.com

Donnerstag, 23. September 2010

Bunte Gesellen im Jardim do Torel



Ein altes chinesisches Sprichwort sagt:

„Die schönsten Gärten sind nicht die mit den schönsten Blumen, sondern die, die Überraschungen vorzuweisen haben“,
oder so ähnlich.

Welche Überraschung kann ein Garten, ein Park uns wohl heutzutage vorweisen?
Vielleicht fliegende Elfen oder bezaubernde Feen?
Vielleicht freche Kobolde oder Gartenzwerge, die tagsüber regungslos da stehen und in der Nacht dann ihr Unwesen treiben?
Oder ist eher ein bunter Schmetterling im Winter eine Überraschung oder vielleicht doch ein bunter Vogel im Sommer?

Also bunter Vogel klingt schon mal gar nicht so schlecht!

Man stelle sich vor in einem ganz normalen Lissabonner Park würde es frei fliegende, bunte Papageien geben.
Wäre das nicht eine Überraschung?

Man braucht sich das gar nicht vorzustellen, denn es gibt sie wirklich.
Im Lissabonner Jardim do Torel (dt.: Torel-Park), unweit der Deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts, gibt es frei lebende Papageien (port.: papagaio).
Also um ehrlich zu sein sind es keine Papageien, sondern Großsittiche.
Aber für einen Portugiesen ist jeder Vogel, der bunt ist, kreischt und einen gekrümmten Schnabel hat, automatisch ein Papagei.

Letztes Jahr, nach einem Besuch im Goethe-Institut, nahm ich eine Abkürzung über den Jardim do Torel, um schneller in der Unterstadt (port.: Baixa) zu sein.
Als ich so durch den Park ging, hörte ich ein freches, ich möchte schon fast sagen, spöttisches Kreischen und pfeifen.
Als ich zu einem der Bäume hinaufschaute sah ich zwei Großsittiche auf ihm sitzen, die beide einen ganz zufriedenen Eindruck machten.
Ich blieb stehen fotografierte sie ganz stolz und konnte mein Glück kaum fassen solch originelle Fotos gemacht zu haben.
Schließlich kannte ich frei fliegende Papageien und Sittiche in Stadtparks, bis dahin nur aus meinen diversen Urlauben in Brasilien.

Erst Wochen später erfuhr ich durch einen Gärtner des Parks, dass es an die 10 Großsittiche sein sollen, die sich im Torel-Park tummeln.
Man sieht sie sich sogar paaren, doch man hat nie ein Nest von ihnen gefunden; wahrscheinlich weil die entsprechenden Nistkisten fehlen.

Als ich dieser Tage wieder durch den Jardim do Torel ging, da sah ich sie wieder, diesmal fünf von ihnen.
Sie haben es doch tatsächlich geschafft im Park zu überwintern, und sind dieser kleinen Oase, mitten in Lissabon, treu geblieben. Vielleicht wegen den vielen Obstbäumen, die ihnen Nahrung geben.

Da ich kein Ornithologe bin, weiß ich nicht genau welcher Gattung diese Großsittiche angehören. Man hat mir aber gesagt es handelt sich bei diesen Tieren um Blaukopfsittiche (port.: periquitões-de-cabeça-azul / lat.: Aratinga acuticaudata).
Ob dem so ist, weiß mich nicht.
Aber ich weiß das es wohl eines der außergewöhnlichsten Erfahrungen ist, einer Gruppe frei lebender Papageien (Entschuldigung, ich bin Portugiese. Ich meine natürlich Großsittiche!) mitten in Europa, wo man doch eher Amsel, Fink und Star erwartet, zu begegnen.

Wenn sie diese bunten Gesellen auch einmal sehen wollen:
der Jardim do Torel ist, wie schon beschrieben, unweit der Deutschen Botschaft, am Campo Mártires da Pátria.
Er befindet sich im Stadtteil São José, auf der Anhöhe einer der sieben Hügel der Stadt.
Von dort hat man einen wunderschönen Panoramablick auf die Avenida da Liberdade und auf São Pedro de Alcântara.
Der Haupteingang ist an der Rua Júlio de Andrade, neben dem Aufzug Lavra (port.: Elevador da Lavra).
Dieser 1 h große Park ist nicht nur einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt und nicht nur das Zuhause frei lebender Papageien, sondern er ist vor allem eine Oase für jeden der gerne Mal dem Trubel der Großstadt entfliehen will.

Wie heißt es doch gleich im chinesischen Sprichwort noch einmal?

„Die schönsten Gärten sind nicht die mit den schönsten Blumen, sondern die, die Überraschungen vorzuweisen haben“

Wie wahr, wie wahr, wie wahr…