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Mittwoch, 8. September 2010

Endlich Regen…


Gestern hat es endlich wieder einmal geregnet.
Zwar nur ein paar Tropfen; aber immerhin es hat geregnet.
Seit Monaten fiel kein Wasser vom Himmel, abgesehen von den paar Tropfen, die mit Saharasand vermischt, Anfang August hier in Zentralportugal herunterkamen, und die eher für verschmutzte Autos und Gartenmöbel sorgten, als für Erfrischung.

Der Regen tut uns, nach dem heißen Sommer den wir hatten, nur gut. Endlich, so scheint es, sind diese brüllendheißen Sommertage vorbei.
Und auch die vielen Waldbrände werden jetzt wohl zurückgehen.
Was hat es diesen Sommer wieder hier in Portugal gebrannt.

Niemand weiß so genau, wie groß die Fläche aller Wälder in Portugal ist, jedenfalls habe ich das nicht rausbekommen.
Aber eines wissen wir alle, die wir hier am Rande Europas leben: diese Fläche wird von Jahr zu Jahr geringer.
Jedes Jahr aufs Neue zeigt man sich hier in Portugal unfähiger und ohnmächtiger, den Wald vor den verheerenden Bränden zu retten.
Es nimmt mehr Zeit in Anspruch die Waldbrände zu analysieren, als diese brauchen um sich immer wieder erneut zu entfachen und alles in Schutt und Asche zu legen was ihnen in den Weg kommt.

Von Anfang Juni bis heute im September, wurden hier in Portugal über 10.000 Waldbrände und Steppenfeuer gezählt.
Der schlimmste Tag war der 08. August 2010.
An diesem Tag brannte es an 501 verschiedenen Orten gleichzeitig!
Das muss man sich einmal vorstellen!

Laut der Nationalen Waldschutzbehörde (port.: Autoridade Florestal Nacional) haben die Feuer dieses Sommers schon über 110.000 Hektar Wald vernichtet.

Laut einer Erhebung, die ich der Tageszeitung „Diário de Noticias“ entnehmen konnte, ernährt der portugiesische Wald 150.000 Familien. Diese werden wohl bald hausieren gehen können.

Den Gesamtwert des Waldes schätzt man auf knappe 1,3 Milliarden Euro.
Rund 300 Millionen Euro gingen davon diesen Sommer verloren.
Aber nicht nur diese materielle Summe ging verloren.
Nein, es ging viel mehr verloren.
Drei Feuerwehrmänner verloren z. B. dieses Jahr ihr Leben in den Flammen.
Und weil wir schon von verlieren sprechen, so muss ich sagen, das ich und viele andere langsam aber sicher die Hoffnung verlieren, dass dieses Grauen in naher Zukunft ein Ende findet, wenn nicht bald massiv und hart gegen die Brandstifter vorgegangen wird, die aus purem Leichtsinn und Egoismus die Existenz von tausenden von Menschen ruinieren.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Ein Baum von nationalem Interesse


Um ihn zu umarmen braucht man sechs erwachsene Männer mit weit ausgebreiteten Armen.

Die Rede ist vom ältesten Olivenbaum (port.: oliveira / lat.: olea europea) Portugals.
Der in Pedras D´El Rei, an der Algarve, stehende Baum ist über 2000 Jahre alt und zählt seit heute zu den 409 „Bäumen von Nationalem Interesse“ die es in Portugal gibt.
Die Vergabe dieses Titels obliegt der Nationalen Forstverwaltung Portugals (port.: Autoridade Florestal Nacional / AFN) und wird ausschließlich an Bäume auf dem portugiesischen Festland vergeben.
Ausgenommen sind daher Bäume auf den Inseln Madeira und den Azoren, sowie Bäume in den Botanischen Gärten von Pena, Monserrate und Buçaco.

Der Titel „Baum von Nationalem Interesse“ wird an Bäume vergeben, die entweder ein außergewöhnliches Alter vorweisen können, die durch ihre Dimensionen oder ausgefallene Wuchsart bestechen oder die vom Aussterben bedroht sind.

409 Bäume werden auf der Liste der AFN aufgeführt, darunter nicht nur der heute ausgezeichnete 2000 Jahre alte Olivenbaum, sondern unter anderem auch eine 600 Jahre alte Korkeiche (port.: sobreiro / lat.: quercus suber) bei Palmela, die als die Ergiebigste der Welt zählt. Vom Kork dieser Korkeiche kann man über 100.000 Korken herstellen, was die 25-Fache Menge einer normalen Korkeiche ist.

In Santarém steht die größte Steineiche (port.: sobreiro) Europas und bei Braga, in Nordportugal steht mit 500 Jahren die älteste Eiche (port.: carvalho) der Iberischen Halbinsel.
In einem Wald bei Coimbra steht mit 75 m Europas höchster Eukalyptusbaum (port.: eucalipto / lat.: eucalyptus globulus), der sich nach einem verheerenden Waldbrand vor vier Jahren wieder langsam erholt.

Aber wie jede Liste, so hat auch diese der Nationalen Forstverwaltung, ihre „Problemkinder“.
Insgesamt 14 der 409 qualifizierten Bäume stehen auf der Roten Liste, darunter auch leider eine 517 Jahre alte Kastanie im Forst von Guarda, die letztes Jahr von einem Blitz getroffen wurde, und die nun zu sterben droht.
Aber dank der Liste der AFN, wird alles dafür getan, diesen Baum und die anderen zu retten!